Die Aktion „Weichsel“ – Deportation der ukrainischen Bevölkerung in die Nord- und Westgebiete Polens im Jahre 1947

Als die Kommunisten in Polen die Macht übernahmen, verfolgten sie anfänglich keine klare Nationalitätenpolitik. Ihrer Vorstellung nach sollte sich das Problem durch die Festlegung der neuen territorialen Gestalt Polens sowie der Bevölkerungsumsiedlungen von selbst lösen, denn Polen würde so zu einem Land ohne nationale Minderheiten. Im Jahre 1943 erklärte Alfred Lampe, Mitautor des politischen Programms der polnischen Kommunisten in der UdSSR – des Verbands Polnischer Patrioten – in seinem Artikel in der Zeitschrift Wolna Polska (Freies Polen) mit dem Titel Polens Platz in Europa, dass das künftige Polen ein Nationalstaat sein werde. Zur Erreichung dieses Ziels war es seiner Meinung nach notwendig, die polnischen Gebiete von den ethnisch-ukrainischen, -weißrussischen und -litauischen abzugrenzen. (1) Diese Art der Argumentation war vor allem für die sich in der UdSSR aufhaltenden Kommunisten charakteristisch. Zurückhaltender äußerten sich die Kommunisten, die in Polen lebten und mit der Polnischen Arbeiterpartei (PPR) verbunden waren. Ohne von einem national einheitlichen Staat zu sprechen kündigten sie an, Polen werde ein Land der Gleichheit und des brüderlichen Zusammenlebens aller Völker sein, die es bewohnen. Sie ließen also die Möglichkeit zu, dass es im polnischen Staat nationale Minderheiten gäbe, deren Rechte wurden jedoch nicht präzisiert. (2) Aus leicht nachvollziehbaren Gründen wurde die Nationalitätenpolitik so realisiert, wie es der Sowjetunion passte. Deshalb wurden in der polnischen Nachkriegspolitik die Konzeptionen verwirklicht, die von den früher in der Sowjetunion lebenden Kommunisten vertreten worden waren. Die Behörden versuchten das Volk davon zu überzeugen, dass sich das neue Polen infolge der Grenzverschiebung seiner nationalen Minderheiten und der damit verbundenen Schwierigkeiten entledigt habe. Das national einheitliche Nachkriegspolen sollte im Gegensatz zum Multinationalismus der Zweiten Polnischen Republik stehen. Die Tatsache, dass sich im Jahre 1945 innerhalb der Staatsgrenzen etwa vier Millionen nicht-polnische Einwohner aufhielten, wurde als Übergangszustand betrachtet, denn sie sollten Polen verlassen. Die Bemühungen der Behörden konzentrierten sich hauptsächlich darauf, diesen Prozess möglichst bald zu beenden. Gleichzeitig stimmte dieses Vorgehen mit den Erwartungen großer Teile der polnischen Gesellschaft überein, die aufgrund der Kriegsereignisse keine Möglichkeit sahen, gutnachbarschaftliche Beziehungen zu den Minderheiten zu entfalten. (3)

Innerhalb der polnischen Nachkriegsgrenzen waren etwa 650-700.000 Ukrainer geblieben. Auf Initiative der sowjetischen Behörden beschlossen das Polnische Komitee zur Nationalen Befreiung und die Regierung der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik am 9. September 1945 einen Vertrag über den Bevölkerungsaustausch. Er umfasste Polen und Juden, ehemalige polnische Staatsbürger, die jetzt in der Ukraine ansässig waren, sowie die Ukrainer in Polen. Laut Vertrag sollte der Bevölkerungsaustausch freiwilligen Charakter haben, (4) in der Praxis jedoch wollten beide Seiten das ungewollte Volk aus dem eigenen Gebiet loswerden. Am 15. Oktober begann die Umsiedlung der ukrainischen Bevölkerung aus Polen. Anfänglich verließen Ukrainer Polen, die ihre Angehörigen und ihren Besitz infolge der polnisch-ukrainischen Kämpfe und der durchziehenden Front verloren hatten. Doch die entschiedene Mehrheit der Ukrainer wollte, trotz ursprünglich anderer Erklärungen, im bisherigen Gebiet bleiben. Sie betrachtete ihre Wohnorte nämlich als ihren ukrainischen Heimatboden, den sie nicht verlassen wollte, zumal die Ukraine kein unabhängiger Staat war. Man muss hinzufügen, dass die Ukrainische Aufständische Armee UPA (die hauptsächlich in den Westgebieten der sowjetischen Ukraine aktiv war) die Bevölkerung zum Verbleib am bisherigen Aufenthaltsort aufforderte, da sie es sich zum Ziel gesetzt hatte, einen unabhängigen ukrainischen Staat zu gründen. Darauf hin entschlossen sich die Behörden, die Ukrainer zum Verlassen Polens zu zwingen.

Nach anfänglicher Ermutigung der Ukrainer zur Ausreise, bei der alle Schulden sowie laufende Leistungen in natura, Steuern und Versicherungsbeiträge (5) erlassen werden sollten, gingen die Behörden dazu über, die Ukrainer zur Ausreise zu zwingen, zunächst mit verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Methoden. Als dies nicht zum erwarteten Ergebnis führte, wurden am 3. September 1945 die 3., 8. und 9. Infanteriedivision der Polnischen Armee in das süd-östliche Polen geschickt mit der Aufgabe, die Ukrainer auszusiedeln. Die Armee siedelte ganze Dörfer aus, wobei sie den Bewohnern etwa zwei Stunden zur Vorbereitung der Ausreise ließ. Oft ging die Armee bei diesen Aktionen mit aller Brutalität vor, und rechtfertigte dies dann anschließend mit dem Kampf gegen die UPA. Insgesamt wurden in den Jahren 1944-1946 etwa 500.000 Ukrainer aus Polen ausgesiedelt.

Das Engagement der Armee bei der Umsiedlungsaktion führte jedoch nicht zur Aussiedlung aller Ukrainer. Nach heutigen Schätzungen hielten sich Ende 1946 noch etwa 150-200.000 Ukrainer im süd-östlichen Gebiet Polens auf. Die Existenz einer ukrainischen nationalen Minderheit passte den Behörden jedoch nicht, die Polen in einen national einheitlichen Staat verwandeln wollten. Darauf hin entschloss man sich, die verbliebene ukrainische Bevölkerung in die West- und Nordgebiete Polens zu deportieren. Im Lichte der erhaltenen Dokumente verfolgte man mit diesem Vorhaben zwei Ziele. Das erste Ziel, die Liquidierung der UPA-Einheiten durch Aussiedlung der Bevölkerung, war sofort realisierbar. Das zweite Ziel, die endgültige Lösung der ukrainischen Frage durch die Assimilierung der Ukrainer am neuen Wohnort, war nur längerfristig zu verwirklichen.

Die organisatorisch-technischen Vorbereitungen zur Deportation der ukrainischen Bevölkerung in die West- und Nordgebiete Polens begannen im Januar 1947. Der Generalstab der Polnischen Armee erteilte den im südöstlichen Polen stationierten Abteilungen den Befehl, alle in diesem Gebiet weiterhin lebenden ukrainischen Familien zu registrieren. (6) Im Februar 1947 stellte Brigadegeneral S. Mossor in einem Rechenschaftsbericht nach der Inspektion der Wojewodschaftskomitees für Sicherheit in Kattowitz, Krakau und Lublin fest, „es erscheint notwendig, im Frühjahr eine energische Umsiedlungsaktion dieser Menschen in einzelnen Familien durchzuführen und sie in alle Wiedergewonnenen Gebieten zu zerstreuen, wo sie sich schnell assimilieren werden“. (7) Die Zahl der Ukrainer wurde in diesem Bericht auf 4.876 Familien geschätzt, die 20.306 Personen umfassten. Das war eine falsche Zahl, denn im Gebiet des südöstlichen Polen befanden sich etwa 200.000 Ukrainer. (8) Am 27. März forderte die Operative Sektion der III. Abteilung des Generalstabs der Polnischen Armee „die energische Umsiedlung dieser Menschen in einzelnen Familien durchzuführen und sie in den Wiedergewonnenen Gebieten zu zerstreuen, wo sie sich schnell assimilieren werden.“ (9) Einen Tag später kam in einem Hinterhalt bei Jabłonka der stellvertretende Minister für Nationale Verteidigung, General Karol Świerczewski, unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben. Die Behörden bezichtigten die UPA, ihn ermordet zu haben. Sein Tod wurde als Vorwand benutzt, um das geplante inhumane Vorgehen gegen die ukrainische Bevölkerung zu rechtfertigen. Von diesem Moment an wurde die antiukrainische Propaganda massiv entfesselt. Die Ukrainer wurden als die Hauptfeinde der Polen und Polens dargestellt. In entsprechend inszenierten Filmen und Fotos wurden verhaftete angebliche Mitglieder der UPA oder ihre Sympathisanten dargestellt. (10) Entgegen der Tatsachen wurde behauptet, ukrainische Formationen hätten an der Niederschlagung des Warschauer Aufstands teilgenommen. (11)

Am 29. März 1947 beschloss das Politbüro des Zentralkomitees der Polnischen Arbeiterpartei folgendes:

„1. Schnell die Ukrainer und gemischte Familien in die Wiedergewonnenen Gebiete umsiedeln (vor allem nach Ostpreußen), ohne dabei geschlossene Gruppen zu bilden, und in einer Mindestentfernung von 100 km von der Grenze entfernt. 2. Die Umsiedlungsaktion mit der Regierung der Sowjetunion und der Tschechoslowakei absprechen. 3. Die Zusammenstellung aller Daten über die ukrainische Bevölkerung in Polen sowie die Ausarbeitung des Umsiedlungsprojekts sollen die Genossen Spychalski und Radkiewicz innerhalb einer Woche erledigen.“ (12)

Am nächsten Tag erarbeitete der Stab der 9. Infanteriedivision Vorschläge zur Effektivierung des weiteren Kampfs gegen die UPA-Einheiten. Man verlangte nicht noch mehr Soldaten, sondern die Aussiedlung der ukrainischen Bevölkerung, der gemischt polnisch-ukrainischen Familien sowie von Polen, die der UPA Hilfe leisteten; danach sollten diese in den West- und Nordgebieten zerstreut angesiedelt, und dabei geschlossene Ansiedlergruppen verhindert werden. Man beantragte auch die Schaffung von „Konzentrationslagern“ für Ukrainer, die der Zusammenarbeit mit der UPA verdächtigt wurden und die Bildung von Standgerichten. Der Staat sollte den ganzen ukrainischen Besitz übernehmen und Polen in den ehemals ukrainischen Bauernhöfen ansiedeln. (13) Diese Vorschläge, erweitert um die Forderung, die Anzahl der Armeeeinheiten zur Bekämpfung der UPA-Abteilungen zu vergrößern, wurden später vom Wojewodschaftskomitee für Sicherheit in Rzeszów angenommen und an die Staatliche Sicherheitskommission weitergeleitet. (14)

Am 17. April 1947 gab letztere eine Anweisung an die Operative Gruppe „Weichsel“ heraus. Darin wurde angeordnet, die UPA-Abteilungen zu vernichten, weiterhin unter Teilnahme des Staatlichen Repatriierungsamtes die Ukrainer sowie „alle Schattierungen der ukrainischen Nationalität“ umzusiedeln, „auch jene gemischt polnisch-ukrainischen Familien, die mit der UPA zusammengearbeitet haben“. Dabei sollte das Gebiet südöstlich von Baligrod vollständig ausgesiedelt werden. (15) Am nächsten Tag erteilte der Minister für Nationale Verteidigung M. Żymierski einen Organisationsbefehl an die Operative Gruppe „Weichsel“, in der er Gen. S. Mossor zum Befehlshaber ernannte, und Oberst G. Korczyński, Oberstleutnant B. Sidziński und Oberstleutnant J. Hubner zu dessen Stellvertretern. Stabschef wurde Oberst Michał Chiliński. Dem Kommando der Operativen Gruppe „Weichsel“ wurden auch Vertreter des Ministeriums für Verwaltung, des Verkehrsministeriums, des Staatlichen Repatriierungsamtes sowie der Hauptkommandantur der Miliz zugeteilt. (16) Zum Bevollmächtigten des Verwaltungsministeriums für Fragen der Umsiedlung der ukrainischen Bevölkerung wurde Józef Bednarz ernannt. (17)

Es wurden Anweisungen erarbeitet, die Arbeitsbereich und Kompetenzen der einzelnen Einheiten des Aussiedlungsapparats detailliert bestimmten. (18) In einer Anweisung an den Kommandanten des Regimentssammelpunktes, empfahl man eine Kategorisierung der ukrainischen Bevölkerung. Zur Kategorie „A“ wurden Personen gezählt, die in den Listen des Amtes für Öffentliche Sicherheit verzeichnet waren, zur Kategorie „B“ diejenigen, die in den Armeelisten standen und zur Kategorie „C“ praktisch alle übrigen Familien. (19) Diese Kategorisierung sollte die Zerstreuung der ukrainischen Familien in den neuen Siedlungsgebieten erleichtern und ihre Assimilation beschleunigen. In einer Anweisung des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit wurde das detailliert präzisiert. Darin wurde empfohlen, die ukrainischen Familien so zu zerstreuen, dass sie keine geschlossenen Gruppen bilden können und nicht mehr als 10 Prozent der Einwohner eines Dorfes ausmachen. Die ukrainischen Familien sollten mindestens 50 km von den Landgrenzen, 30 km von den Seegrenzen und Wojewodschaftstädten sowie 10 km von der Westgrenze Polens aus dem Jahre 1939 entfernt untergebracht werden. Das Ministerium für Öffentliche Sicherheit befahl, in einem Dorf nur eine zur „A“ oder „B“-Gruppe zählende Familie und nur bis zu 5 Familien der Kategorie „C“ unterzubringen. Genau dieselben Richtlinien galten bei der Unterbringung der Ukrainer in staatlichen und parzellierten Landgütern. (20)

Am 24. März 1947 fasste das Präsidium des Ministerrates den Beschluss zur Aktion „Weichsel“. Kraft dieses Beschlusses wurde General S. Mossor, der zugleich Befehlshaber der Operativen Gruppe „Weichsel“ war, vom Verteidigungsminister M. Żymierski, zum Regierungsbevollmächtigten für die Aktion der Umsiedlung der ukrainischen Bevölkerung und für den Kampf gegen die UPA ernannt. Am selben Tag erteilte General S. Mossor den ihm unterstehenden Kommandeuren der Einheiten den Befehl, gemeinsam mit Funktionären des Staatssicherheitsamtes am 24. und 25. April Verhaftungen nach zuvor erstellten Listen innerhalb der ukrainischen Bevölkerung durchzuführen. (21) Gleichzeitig erhielten alle Armeeeinheiten der Operativen Gruppe „Weichsel“ Anweisungen zur Organisation der Aussiedlung der Bevölkerung. Auf deren Grundlage gaben die Befehlshaber der einzelnen Divisionen den ihnen unterstehenden Armeeabteilungen Aussiedlungsbefehle . (22)

Am 28. April 1947 begann die Operationsgruppe „Weichsel“ im Rahmen der Aktion „Weichsel“ mit der Deportation der Ukrainer in die West- und Nordgebiete Polens. In der Praxis wurde mehr Wert auf die Aussiedlung der Bevölkerung gelegt als auf die Liquidierung der UPA-Einheiten. An dieser Situation änderte nicht einmal eine Intervention von Minister Żymierski etwas, der in der Richtlinie Nr. 7 General S. Mossor anwies, „die Aussiedlung der Bevölkerung soll nicht an vorderster Stelle stehen“. (23) Von der Aussiedlung wurden alle Ukrainer und gemischt polnisch-ukrainischen Familien ungeachtet ihres Loyalitätsgrades gegenüber dem polnischen Staat erfasst. Das betraf auch ehemalige Partisanen und antifaschistische Widerstandskämpfer, demobilisierte Soldaten der Roten und der Polnischen Armee. Auch Mitglieder des Machtapparats Volkspolens und der Polnischen Arbeiterpartei sowie Bewohner von Dörfern, in denen die UPA-Einheiten niemals aufgetaucht waren, wurden ausgesiedelt. Das Wojewodschaftskomitee der Polnischen Arbeiterpartei in Lublin verlangte sogar eine Umsiedlung derjenigen Funktionäre des Kreissicherheitsamtes, die ukrainischer Nationalität waren. (24)

Zu einem Symbol der Repression seitens der polnischen Behörden in der Aktion „Weichsel“ wurde das Zentrale Arbeitslager in Jaworzno, gegründet auf der Basis des während des Krieges existierenden Nazi-Konzentrationslagers Dachsgrube, eines Außenlagers von Auschwitz. Dort wurden Deutsche und Polen sowie, kraft einer Entscheidung des Politbüros des Zentralkomitees der Polnischen Arbeiterpartei vom 23. April 1947 (25), auch Ukrainer, die verdächtigt wurden, mit der UPA zusammenzuarbeiten, und Vertreter der ukrainischen Intelligenz und Geistlichkeit gefangen gehalten. Insgesamt kamen 3.873 Personen ins Lager, darunter 700 Frauen und Kinder sowie 22 griechisch-katholische und 5 orthodoxe Priester. (26) Die festgehaltenen Personen wurden raffinierter psychischer und physischer Folter ausgesetzt. In deren Folge sowie in Folge von Unterernährung und Krankheiten verloren mindestens 161 Personen ihr Leben. (27) Diejenigen, denen eine Zusammenarbeit mit der UPA nachgewiesen wurde, wurden dem Militärgericht der Operationsgruppe „Weichsel“ übergeben, das während seiner Arbeit 173 Personen zum Tode, 58 zu lebenslanger Haft, 40 zu einer Haftstrafe von 15 Jahren, 38 zu einer Haftstrafe bis zu 15 Jahren verurteilte und 5 Personen freisprach. (28) Bei diesen Prozessen handelte es sich um öffentlich besonders bekannt gemachte Schauprozesse. (29)

Die Armeeeinheiten befolgten die meisten Aussiedlungsanweisungen nicht. Der Verlauf der Aussiedlungen hing jeweils von den Entscheidungen der Befehlshaber der Abteilungen ab. Im Morgengrauen umstellte die Armee das Dorf und befahl den Einwohnern, ihre Abreise vorzubereiten. Sie gab ihnen etwa zwei Stunden zum Packen und Mitnehmen der notwendigsten Sachen und des Inventars. Es kam vor, dass die Aussiedlungsabteilung die Zeit bis zur Abfahrt auf 20 Minuten einschränkte. (30) Eine so kurze Packzeit bewirkte, dass die Menschen nicht einmal die allernötigsten Dinge mitnehmen konnten. Hinzu kam ein spürbarer Mangel an Transportmitteln. Daher gab es für zwei bis drei Familien nur ein Fuhrwerk. Es kam vor, dass die Ausgesiedelten ihr Hab und Gut auf dem Rücken tragen mussten oder die Armee die Menge des Gepäcks auf 25 kg pro Person beschränkte. (31) Nachdem eine Kolonne gebildet worden war, brachte man die Aussiedler unter Armeeaufsicht zum Sammelpunkt. Dort wurden die Einwohner mehrer Orte versammelt und warteten auf einen Transport zur Verladestation. Die Sammelpunkte waren meist überfüllt. Das nutzten diejenigen, die sich ihren Familien illegal anschließen wollten, oder diejenigen, die zu ihrem Bauernhof zurück wollten, um das dort zurückgelassene Hab und Gut zu holen. Es kam auch vor, dass Polen zu den Sammelpunkten kamen, um Inventar zu requirieren. (32) An diesen Sammelpunkten wurde, abgesehen von der ständigen Überwachung der Bevölkerung, auch die Einteilung in die Kategorien „A“, „B“ und „C“ vorgenommen.

Von den Sammelpunkten wurde die Bevölkerung zur Verladestation gebracht. Dort fand die Verladung der Menschen und des Inventars in Waggons statt, nach Listen, auf denen sich Familien aus mehreren, oft sogar mehr als einem Dutzend Dörfer befanden. Bekannt ist das Beispiel der Einwohner des Dorfes Florynka, die in einem Gebiet von 30 Dörfern in 6 Kreisen angesiedelt wurden. (33) Laut Anordnung sollten in einem Waggon 2 Familien untergebracht werden. In der Praxis sah das jedoch sehr unterschiedlich aus. Als eines der drastischsten Beispiele kann der Bahnhof in Sanok dienen, wo in 31 Waggons 897 Personen, 24 Pferde, 120 Kühe, 45 Ziegen, 7 Kälber und 2 Fohlen untergebracht wurden. In diesem Transport sollten in 13 Waggons 787 Personen Platz finden, also durchschnittlich 60 Personen pro Waggon. In die anderen Waggons wurden die übrigen Personen zusammen mit dem Inventar verladen. Bevor der Transport sich in Bewegung setzte, waren zwei Kinder verstorben. (34) Von den Verladestationen hat man die Transporte zunächst an sogenannte Richtpunkte in Kattowitz (Auschwitz) und Lublin geschickt. Von dort leitete man sie unter Militäraufsicht, an die Verteilungspunkte weiter. Für diese Strecke wurden durchschnittlich 7 Tage gebraucht. In der Anfangszeit der Aktion „Weichsel“ gab es solche Verteilungspunkte in Szczecinek (Neustettin) für die Wojewodschaft Stettin und Danzig und in Allenstein für die Wojewodschaft Allenstein, Białystok und Danzig. Am 23. Mai 1947 wurden zwei weitere Verteilungspunkte in Posen für die Wojewodschaft Lubuskie und Kattowitz später Oleśnica (Oels) für die Wojewodschaft Breslau bestimmt. Die Behörden des Polnischen Repatriierungsamtes waren darum bemüht, die Züge mit der ukrainischen Bevölkerung innerhalb weniger Stunden nach der Ankunft des Transports am Verteilungspunkt in die entsprechenden Kreise weiter zu leiten. Es kam aber vor, dass die Züge sogar mehr als zehn Tage dort stehen blieben. Ein Transport, der am 11. September nach Allenstein kam, wartete 19 Tage darauf, in den Kreis Susz (Rosenberg i. Westpr.) weitergeleitet zu werden. (35) Von den Verteilungspunkten wurden die Züge an die Entladestationen geleitet. Die dortige Entladung der Transporte dauerte meist mehrere Stunden, war jedoch vom Stand der Vorbereitungen zur Aufnahme der Umsiedler abhängig. Es kam vor, dass manche Einrichtungen gar nichts von den ankommenden Transporten wussten. Am 22. Mai 1947, während der Aktion „Weichsel“, wandte sich die Kreisabteilung des Staatlichen Repatriierungsamtes in Elbing an die Inspektionsabteilung des Ministeriums für die Wiedergewonnenen Gebiete mit der Anfrage, was mit der nach Elbing gekommenen ukrainischen Bevölkerung zu tun sei. (36) Wie lange die Verteilung dauerte, hing stark von der Einstellung der örtlichen Verwaltungsbehörden zur Aktion der Ansiedlung der ukrainischen Bevölkerung ab. Nicht alle Institutionen erfüllten die ihnen anvertrauten Aufgaben. Im Kreis Lidzbark hatten nicht alle Gemeinden Verbindungsleute bestimmt, deren Aufgabe es sein sollte, die Umgesiedelten vom Bahnhof abzuholen. So irrten die an der Bahnstation losgeschickten ukrainischen Familien durch die unbekannte Gegend auf der Suche nach leer stehenden Bauernhöfen. (37) Die Überladung der Waggons mit Menschen und Inventar, die lange Reise unter militärischer Aufsicht und unter skandalösen sanitären Bedingungen sowie der Stress, den die Menschen dabei erlebten, bewirkten, dass während der Reise mindest 27 Personen verstarben. (38)

Transporte der ukrainischen Bevölkerung kamen bis zum 15. August 1947 systematisch in den West- und Nordgebieten Polens an. Bis zu diesem Tag hatte man insgesamt 33.154 Familien angesiedelt, also 140.662 Personen. Die meisten kamen in die Wojewodschaft Allenstein (55.089 Personen), dann in die Wojewodschaft Stettin (48.465 Personen), Breslau (21.237 Personen), Posen (8.042), Danzig (6.838) und Białystok (991 Personen). (39) Nach dem 15. August kamen weiterhin, aber unregelmäßig, Transporte mit deportierter ukrainischer Bevölkerung an. Es ist bekannt, dass im September und Oktober aus den Kreisen Hrubieszów und Tomaszów Lubelski vier Transporte, die 919 Personen zählten, geschickt worden waren. (40) Zwangsumsiedlungen der Ukrainer gab es auch noch in den nachfolgenden Jahren. Wenn man dies sowie die Anzahl der in Jaworzno festgehaltenen Personen berücksichtigt, kann man annehmen, dass im Rahmen der Aktion „Weichsel“ etwa 150.000 Personen in die West- und Nordgebiete Polens deportiert wurden.

Die Deportation traf auch die ukrainischen Geistlichen. Am Vorabend der Aktion „Weichsel“ gab es in Polen 114 griechisch-katholische Priester. Ihr Schicksal war unterschiedlich. 62 Priester wurden zusammen mit den Gläubigen in die West- und Nordgebiete deportiert. Von ihnen stammten 31 aus der Diözese Przemyśl, 20 aus dem Lemkenland und 11 aus anderen Diözesen. Sieben Priester wurden verhaftet und der sowjetischen Seite übergeben, 22 im Lager Jaworzno gefangen gehalten. Sieben wurden zu einer Gefängnisstrafe und einer zum Tode verurteilt. Mindestens drei entgingen der Aussiedlung; die übrigen verließen Polen, kamen während militärischer Aktionen ums Leben, konvertierten zum römisch-katholischen Glauben oder verließen den Priesterstand. (41) Obwohl wir nicht über umfassende konkrete, sondern nur über bruchstückhafte Informationen verfügen, kann man feststellen, dass die russisch-orthodoxen Priester ein ähnliches Schicksal ereilte. Die meisten von ihnen wurden gemeinsam mit den Gläubigen deportiert, einige verhaftet und gefangen gehalten, andere blieben an Ort und Stelle, fünf sperrte man in Jaworzno ein. Die Deportation der Bevölkerung und der Geistlichkeit bewirkte das endgültige Ende der griechisch-katholischen Diözese von Przemyśl und der Apostolischen Verwaltung des Lemkenlandes.

Die deportierten Ukrainer wurden von den Behörden vor allem auf dem Lande angesiedelt. Aufgrund der wenigen erhaltenen Daten kann man annehmen, dass etwa 10 Prozent der ukrainischen Bevölkerung in Städten angesiedelt wurden. Daraus folgt, dass etwa 90 Prozent aufs Land kamen, davon nach Schätzungsangaben über 80 Prozent auf individuelle Bauernhöfe, etwa 10 Prozent als Landarbeiter auf staatliche Landgüter und etwa 5 Prozent auf parzellierte Landgüter, die übrigen wurden Waldarbeiter u. ä. Zu Beginn der Aktion „Weichsel“ wurden der ukrainischen Bevölkerung vor allem individuelle Bauernhöfe zugeteilt; später als es bereits an solchen mangelte, wurde sie in parzellierten Landgütern bei den Staatlichen Landimmobilien untergebracht.

Nach der Ansiedlung der ukrainischen Bevölkerung bemerkten die Zentralbehörden, dass die zuvor erarbeiteten Anordnungen des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit zur Verteilung der Ukrainer nicht befolgt worden waren. Die Provinzbehörden hatten sich bei der Ansiedlung in den Kreisen vor allem nach der Aufnahmefähigkeit der einzelnen Gemeinden gerichtet. In den meisten Fällen hatte man den einzelnen Dorfschulzen eine entsprechende Anzahl von ukrainischen Familien zugewiesen, die diese nach eigenem Gutdünken ansiedeln sollten, wobei sie freie Hand hatten eine Verlegung von einem Dorf zum anderen vorzunehmen (42) In der Wojewodschaft Stettin war das Hauptkriterium bei der Verteilung der ukrainischen Familien der Besitz von Vieh. Familien, die Vieh besaßen, wurden auf individuelle Bauernhöfe geschickt, und diejenigen, die keines hatten, auf die Landgüter der Staatlichen Landimmobilien. Diese Art der Ansiedlung führte in der Konsequenz dazu, dass gegen die übrigen Verteilungsrichtlinien verstoßen wurde. Kein Wunder also, dass sich in einem Dorf Familien wiederfanden, die zur „A“, „B“ und „C“ – Gruppe gerechnet wurden. Auch das Verbot der Ansiedlung ukrainischer Familien in einem Mindestabstand von 50 km zur Landgrenze, 30 km zur Seegrenze und Wojewodschaftsstädten sowie 10 km zur Westgrenze Polens aus dem Jahre 1939 wurde nicht eingehalten. (43)

In manchen Kreisen wurde der Anteil von 10 Prozent Ukrainern im Verhältnis zur Gesamtzahl der Einwohner überschritten: in der Wojewodschaft Allenstein insgesamt 11,6 Prozent, in den Kreisen Iława (Deutsch-Eylau) 41,2 Prozent, Braniewo (Braunsberg) 35,2 Prozent, Węgorzewo (Angerburg) 35,1 Prozent, Pasłęk (Preussisch Holland) 25,7 Prozent, Bartoszyce (Bartenstein) 20,6 Prozent, Kętrzyn (Rastenburg) 18,2, Giżycko (Lötzen) 12,4 Prozent, Morąg (Mohrungen) (12,1 Prozent) und Lidzbark (Heilsberg) 11,2 Prozent. In der Wojewodschaft Stettin betrug dieser Prozentsatz in den Kreisen Człuchów (Schlochau) 20,8 Prozent, Miastko (Rummelsburg) 13,6 Prozent und Bytów (Bütow) 10,3 Prozent; in der Wojewodschaft Breslau in den Kreisen Lubin (Lüben) 14,1 Prozent und Środa (Neumarkt i. Schles.) 10,1. Manche Gemeinden zeichneten sich durch einen besonders hohen Prozentsatz von Ukrainern aus. Zum Beispiel betrug er im Kreis Węgorzewo in den Gemeinden Banie Mazurskie 71 Prozent, Kuty 64 Prozent, Budry (Buddern) 50 Prozent und Węgorzewo 45 Prozent. Von 92 Dörfern in diesem Landkreis überschritten 57 einen Anteil von 40 Prozent Ukrainern im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, und manche Dörfer wurden gänzlich mit Ukrainern besiedelt. (44) Ähnlich sah es auch in anderen Gebieten aus. (45)

Die Überschreitung der Ansiedlungslimits bewirkte eine Intervention des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit. Am 31. Juli 1947 befahl das Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete allen betroffenen Wojewodschaftsämtern die Anpassung der Verteilung an die Forderungen des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit. Doch in den meisten Kreisen wurde diese Aufforderung nicht befolgt. Grund dafür war vor allem der Mangel an freien Bauernhöfen. Aus diesem Grunde modifizierten die Behörden am 10. November 1947 die Richtlinien der Verteilung der Ukrainer. Man verbot, sie in folgenden Zonen anzusiedeln: in einem Streifen von 30 km zur Landgrenze, von 10 km zur Seegrenze und von 20 km im Umkreis der Wojewodschaftstädte. Zugleich wurde die Anzahl der Ukrainer, die in einem Dorf angesiedelt werden durften, auf 40 Prozent aller Einwohner angehoben. Im gesamten Landkreis sollte der Prozentsatz von 10 Prozent Ukrainern jedoch nicht überschritten werden. (46) Dies machte die erneute Umsiedlung von mehreren Tausend Familien nötig. In der Wojewodschaft Allenstein entschied man aufgrund der großen Anzahl ukrainischer Familien Umsiedlungen durchzuführen, wenn die Anzahl der Ukrainer in der jeweiligen Gemeinde 40 Prozent überschritt, oder wenn sie in einer 15 km – Zone um Allenstein angesiedelt worden waren. Gleichzeitig wurde von den Landratsämtern gefordert, den Überschuss an ukrainischer Bevölkerung in den Gemeinden des Landkreises zu verteilen. (47) Die Aktion dieser „Verschiebung“ der ukrainischen Bevölkerung wurde im Jahre 1948 durchgeführt; jedoch wurden nicht alle geplanten Familien davon erfasst. Haupthindernis war vor allem das Fehlen freier Bauernhöfe. Trotzdem stieg die Anzahl der Landkreise, in denen Ukrainer angesiedelt wurden, von 66 auf mindestens 74. (48)

Die Zentralbehörden sprachen den Zweck ihres Umgangs mit der ukrainischen Bevölkerung offen an. In derselben Anordnung wurde direkt festgestellt: „Das Hauptziel der Umsiedlung der ‚W’-Siedler ist ihre Assimilierung im neuen polnischen Milieu, und man sollte keine Mühe sparen, um dieses Ziel zu erreichen. Man sollte ihnen gegenüber nicht die Bezeichnung ‚Ukrainer’ gebrauchen. Falls das Element der Intelligentsia gemeinsam mit den Siedlern in die Wiedergewonnenen Gebiete gelangt sein sollte, muss man sie rücksichtslos einzeln und weit entfernt von den Gemeinden, in denen Siedler aus der Aktion ‚Weichsel’ wohnen, unterbringen“. (49)

Das Verbot, seinen Wohnort zu wechseln sowie die Verbesserung der Existenzbedingungen sollten die Rückkehr der Ukrainer in ihre alten Wohnorte verhindern. Denn die ukrainischen Familien waren in eine schwierige Lage geraten, sowohl was die Lebensmittelversorgung als auch was die Wohnbedingungen betraf. Art und Zeitpunkt der Umsiedlung bewirkten, dass sie ohne Lebensmittelvorräte dastanden. Außerdem hatte man ihnen ruinierte Bauernhöfe zugeteilt, da diejenigen mit noch gut erhaltenen Wirtschaftsgebäuden von den früher angekommenen polnischen Siedlern besetzt worden waren. Von den in Westpommern etwa 9.800 neu besetzten Bauernhöfen waren 75 Prozent (7.345) zerstört, davon erforderten 45 Prozent (4.386) eine ernstzunehmende Instandsetzung, und 30 Prozent (2.959) – mussten wieder aufgebaut werden. (50) In dieser Situation waren die Behörden gezwungen, den ukrainischen Familien weitgehende Hilfe zu leisten. Diese bekamen Beihilfen und Kredite, Lebensmittelmarken, Lebensmittel, Getreide usw. Die Gebäude wurden renoviert. Aber diese Hilfe war nicht ausreichend. So wurden zum Beispiel in der Wojewodschaft Allenstein bis zum 15. November 1947 von 10.000 Gebäuden nur 2.427 renoviert, in der Wojewodschaft Stettin wiederum bis Dezember 1947 nur 717 Gehöfte (51) Dies war nicht nur eine Folge der Nachlässigkeit der Beamten, sondern auch der begrenzten Möglichkeiten des Staates. Daher waren die ukrainischen Umsiedler dazu gezwungen, ihre Lebensbedingungen durch eigene Arbeit bei polnischen Siedlern, oft nur gegen Verpflegung, zu verbessern. Am 27. August 1949 enteignete der Ministerrat durch ein Dekret die ukrainische Bevölkerung und entzog ihr das Eigentumsrecht auf die Bauernhöfe, aus denen sie ausgesiedelt worden waren, sowie auf jeglichen dort zurückgelassenen Besitz. (52)

Die ukrainische Bevölkerung wurde sogar noch nach der Ansiedlung in den West- und Nordgebieten Polens vom Amt für Sicherheit, der Bürgermiliz und den Freiwilligen Milizeinheiten (ORMO) genauestens kontrolliert. Es kam vor, dass Funktionäre des Amtes für Sicherheit lange Zeiten in den Häusern ukrainischer Siedler verbrachten, und es wurden sogar Familien von Milizionären in der Nähe angesiedelt. (53) Außerdem standen sie unter ständiger Beobachtung, wurden in gewissen Abständen unter der Beschuldigung, der OUN oder der UPA angehört oder mit ihnen zusammengearbeitet zu haben, verhaftet. Für die Ukrainer galt Versammlungsverbot, und es war ihnen sogar verboten, nachts die Fenster zu verhängen. (54) Es kam auch vor, dass sie für allergeringste Vergehen bestraft wurden.

Im Prozess der Polonisierung der Ukrainer sollte jedes organisierte nationale Leben und die Tätigkeit der griechisch-katholischen Kirche verhindert werden. Die Behörden versuchten das durch die Isolierung der sowieso zahlenmäßig kleinen Schicht der Intelligentsia vom Rest der Bevölkerung, durch die Verhinderung jeder Selbstorganisation und durch die Verfolgung der griechisch-katholischen Geistlichen, denen die seelsorgerischer Tätigkeit in ihrem Ritus verboten war. Zunächst fanden die staatlichen Behörden in der römisch-katholischen Geistlichkeit Verbündete, die versuchten, die Gläubigen der griechisch-katholischen Kirche zu übernehmen. Die Hierarchie der römisch-katholischen Kirche erlaubte es allerdings der unierten Geistlichkeit, beide Riten nebeneinander zu praktizieren, um dann nach dem Erlernen des Lateinischen zum römisch-katholischen Ritus zu wechseln. Die griechisch-katholischen Geistlichen hatten deshalb eine gesicherte Existenz. Im Laufe der Zeit wurde es ihnen möglich, sich um den Wiederaufbau der griechisch-katholischen Kirche in Polen zu bemühen. Viel sanfter gingen die Behörden mit der russisch-orthodoxen Kirche um. Man war der Meinung, sie sei nicht Träger des ukrainischen Nationalbewusstseins und identifizierte sie nicht mit den Ukrainern, wie im Fall der griechisch-katholischen Kirche. Aus diesem Grunde entstanden, trotz anfänglichen Verbots, ab 1948 russisch-orthodoxe Gemeinden der ukrainischen Bevölkerung aus der Aktion „Weichsel“. (55) Bis Ende 1949 gab es im Gebiet der Wojewodschaft Allenstein neun von ihnen. Auch in Niederschlesien und in der Wojewodschaft Stettin wurden russisch-orthodoxe Zentren ins Leben gerufen. (56)

Kein Wunder also, dass das erwähnte Vorgehen der Behörden sowohl von der polnischen Bevölkerung als auch von den Lokalbehörden übernommen wurde. Doch die Haltung vieler Menschen hing eher von individuellen Einstellungen als von den Anordnungen der Zentralregierung ab. Außer wohlwollender oder gleichgültiger Haltungen gab es auch feindliche. Die Abneigung gegen die Ukrainer äußerte sich im Alltagsleben. Ausgelacht wurde die Art, wie sie sprachen, wie sie sich kleideten und ernährten, sowie – was am schlimmsten war – auch ihr Glaube. Es kam vor, dass Gruppen betrunkener polnischer Siedler gemeinsam mit Vertretern der Lokalbehörden ukrainische Familien überfielen. Die Ukrainer wurden nicht zu Tanzabenden eingelassen, und versuchten sie es dennoch, wurden sie oft zusammengeschlagen. Bei verschiedenen Gelegenheiten wurden sie schlecht behandelt, angeschwärzt oder man verlangte, sie sollten in die Ukraine gehen. Die Abneigung gegenüber den Ukrainern kam auch in verächtlichen und vulgären Schimpfwörtern zum Ausdruck. Allgemein wurden sie als „Schlächter“, „Banditen“, UPA-Leute“, „Bandera-Leute“ usw. beschimpft. (57)

Leider war auch die Mehrheit der Ukrainer negativ gegenüber der polnischen Bevölkerung eingestellt. Allgemein wurde dieser vorgeworfen, sie ermorde die Ukrainer. Diese Ansicht bestätigten die Ukrainer, die selbst Leid durch Polen erlitten hatten. Den Polen wurde vorgeworfen, sie hätten damit angefangen, die Ukrainer zu ermorden, und wollten jetzt die ganze Schuld auf die UPA abwälzen. Diese wiederum wurde in den Berichten der Ukrainer in den Rang einer Beschützerin ihres Lebens erhoben. Die Berichte der polnischen Seite über ukrainische Morde wurden generell abgelehnt. Es kam zu zwei vollkommen unterschiedlichen Interpretationen des polnisch-ukrainischen Konflikts, indem die Schuld für dessen blutigen Verlauf jeweils immer der anderen Seite vorgeworfen wurde. Außerdem funktionierte im Bewusstsein der ukrainischen Bevölkerung ein Stereotyp von Polen, die man als „Diebe“, „Säufer“ und „Faulenzer“ bezeichnete.

Die gegenseitige, negative Einstellung der Polen und Ukrainer zueinander trug zur gesellschaftlichen Isolierung der Ukrainer bei. Auf die Feindseligkeit und den Unwillen der polnischen Bevölkerung antworteten sie genauso. Angesiedelt unter vollkommen anderen Milieubedingungen als zuvor fühlten sie sich unwohl und unsicher. Die ganze Zeit träumten sie von der Rückkehr in ihre Heimat. Dieses Gefühl war so stark, dass anfänglich große Teile der Ukrainer die Gebäude nicht renovierten, den Boden nicht bestellten und keine Viehzucht betrieben. Auf Schritt und Tritt spürten sie ihre Fremdheit. Aus diesen Gründen unterhielten sie vor allem untereinander Kontakt . (58) Diese gesellschaftliche Isolierung der Ukrainer führte zu ihrer inneren Integration. Sie unterstützten sich bei verschiedenen Arbeiten, begingen gemeinsam die Feiertage und luden sich gegenseitig zu verschiedenen Familienfesten ein. Sie kultivierten, so weit das möglich war, die eigenen nationalen und religiösen Traditionen. Sie sprachen und beteten auf Ukrainisch und feierten ihre Feiertage nach dem Julianischen Kalender. Verschiedene Feiern, z.B. Hochzeiten, verliefen nach eigenen Bräuchen. Dieses Verhalten der Ukrainer vertiefte wiederum den polnisch-ukrainischen Antagonismus.

Doch als der ukrainischen Bevölkerung klar wurde, dass ihr Aufenthalt am neuen Ort doch länger dauern würde, begann sie, eine Verbesserung ihrer materiellen und geistigen Bedingungen anzustreben. Die staatliche Hilfe, die sie erhielt, und insbesondere die eigene Arbeit, führte zu einer Erhöhung des Lebensstandards. So mussten sie sich nicht mehr bei polnischen Siedlern gegen Verpflegung verdingen und konnten günstigere Arbeitsverträge mit ihnen abschließen. Außerdem gelang es manchen Familien, die von Polen verlassenen besseren Gehöfte zu besetzen; ein Teil der Familien, die in den staatlichen Landgütern verteilt waren, beantragte bei den Behörden eine Umzugserlaubnis und die Zuteilung eines Gehöfts. Sie zeigten immer größeres Interesse am Ackerbau und erlernten schnell neue Methoden der Landwirtschaft. (59) Mit der Verbesserung ihrer materiellen Lebensbedingungen begannen sie auch ihr kulturelles und religiöses Leben zu organisieren. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Treffen und Feiern genutzt, die innerhalb der eigenen Nationalgruppe stattfanden. Zu einer Belebung kam es auch in den Städten, wo die lernenden und studierenden ukrainischen Jugendlichen in den Vordergrund rückten. Es entwickelte sich eine eigenartige „national-kulturelle Untergrundbewegung“. (60) Außerdem stellte man schriftliche Anträge an die Behörden, um Gotteshäuser zu erhalten sowie die Erlaubnis, offiziell im eigenen Ritus beten zu dürfen. Und wenn die Erlaubnis nicht erteilt wurde, versammelte man sich in Privatwohnungen zu Gebeten. (61) Doch erst ab 1952 kam es zu einer Lockerung in der Politik der Behörden gegenüber den Ukrainern. Man erlaubte ihnen eine begrenzte kulturelle und Bildungsaktivität, verzichtete jedoch nicht auf ihre Assimilierung. (62) Im Laufe der Zeit verbesserten sich auch die Beziehungen zwischen den Nachbarn, und mit dem gegenseitigen Kennenlernen wurden auch die vorhandenen Vorurteile schwächer.

Aus dem Polnischen Agnieszka Grzybkowska



(1) P. Eberhard, Polska granica wschodnia 1939-1945 (Die polnische Ostgrenze 1939-1945), Warszawa 1995, S. 144-145.

(2) Wizje Polski. Programy polityczne lat wojny i okupacji 1939-1944. Dokumenty. (Visionen von Polen. Politische Programme aus der Kriegs- und Besatzungszeit 1939-1945. Dokumente). Hrsg. von K. Przybysz, Warszawa 1992, Dok. 62. Programmerklärung der Polnischen Arbeiterpartei „Worum kämpfen wir?“ vom November 1943, S. 268.

(3) E. Mironowicz, Polityka narodowościowa PRL (Die Nationalitätenpolitik der Volksrepublik Polen), Białystok 2000, S. 31-32.

(4) Archiv für Neue Akten (AAN), Hauptvertreter der Regierung für die Evakuierung der Ukrainischen Bevölkerung (GPRd/s ELU), Sign. 397/1. Vertrag zwischen dem Polnischen Komitee für Nationale Befreiung und der Regierung der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik über die Evakuierung polnischer Staatsbürger aus dem Gebiet der UdSSR und der ukrainischen Bevölkerung aus dem Gebiet Polens vom 9. September 1944.

(5) Archiv des Ministeriums für Inneres und Verwaltung (AMSWiA), PKWN, Sign. 6. Schreiben des Hauptvertreters des Polnischen Komitees zur Nationalen Befreiung an die Ressortleiter in der öffentlichen Verwaltung, der Nationalwirtschaft und Finanzen, des Bevollmächtigten des PKWN an das Ressort für kriegsbedingte Leistungen zur Frage von Erleichterungen für umsiedelnde Ukrainer vom 7. November 1944.

(6) Akcja „Wisła“. Dokumenty (Aktion „Weichsel“. Dokumente). Hrsg. E. Misiło. Warszawa 1993, Dok. 3, S. 42-43.

(7) Ebda, Dok. 8, S. 53-54.

(8) Es werden auch andere Zahlen angegeben. K. Podlaski (B. Skaradziński), Białorusini, Litwini, Ukraińcy (Weißrussen, Litauer, Ukrainer), Białystok 1990, auf den Seiten 77-78 ist von 170.000 Ukrainern die Rede. M.Truchan, Akcja „Wisła“ (Aktion „Weichsel“), in: Widnowa 1985, Nr. 2, S. 60, schätzt die Zahl der Ukrainer auf 200-250.000 Personen.

(9) CAW (Zentrales Militärarchiv), Generalstab der PA, Sign. IV.111.471. Charakterisierung des Sicherheitszustands des Landes in der Zeit vom 1. bis zum 25. März 1947, erarbeitet von der Operativen Sektion der III. Abteilung des Generalstabs der PA vom 27. März 1947.

(10) L. Wołosiuk, Historia jednej fotografii (Die Geschichte eines Fotos), in: Problemy Ukraińców w Polsce po wysiedleńczej akcji „Wisła” 1947 (Probleme der Ukrainer in Polen nach der Aussiedlungsaktion „Weichsel” 1947), Hrsg. W. Mokry. Kraków 1997, S. 403-414; ders. Przebieg i skutki akcji „Wisła“ (Verlauf und Folgen der Aktion „Wisła“), in: Problemy Ukraińców…, S. 24-25.

(11) Życie Warszawy Nr. 30, vom 29. März 1947.

(12) Archiv für Neue Akten (AAN), KC PPR, Sign. 295/V-3. Protokoll Nr. 3 von der Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees der Polnischen Arbeiterpartei vom 29. März 1947.

(13) CAW, Generalstab der PA, Sign. IV.111.471. Schlussfolgerungen des Stabs der 9. Infanteriedivision hinsichtlich des Kampfs gegen die Untergrundbewegung im Gebiet der Wojewodschaft Rzeszów vom 30. März 1947.

(14) Ebda, Bericht Nr. 22 von der Sitzung des Wojewodschaftssicherheitskomitees für die Operative Gruppe „Weichsel“ vom 17. April 1947.

(15) CAW, Generalstab der PA, Sign. IV.111.511. Anordnung der Staatlichen Sicherheitskommission für die Operative Gruppe „Weichsel“ vom 17. April 1974.

(16) Ebda. Organisationsbefehl für die Operative Gruppe „Weichsel“ vom 18. April 1947.

(17) Aktion „Weichsel“…, Dok. 45, S. 103-104.

(18) Diese Instruktionen wurden publiziert in: Aktion „Weichsel“…, S. 117-168.

(19) Aktion „Weichsel“…, Dok. 73, S. 163-164.

(20) Staatsarchiv Wrocław (APW), UW, Sign. IX/270. Anweisung des Ministeriums für die Wiedergewonnenen Gebiete zu den Verteilungsrichtlinien für die Siedler aus der Aktion „Weichsel“ vom 31. Juli 1947; R. Drozd, Zasady rozmieszczania ludności ukraińskiej na Ziemiach Odzyskanych w ramach Akcji „Wisła” (Verteilungsrichtlinien für die ukrainische Bevölkerung in den Wiedergewonnenen Gebieten im Rahmen der Aktion „Weichsel”, „Słupskie Studia Historyczne“, 1993, Nr. 3, S. 104-106.

(21) Aktion „Weichsel“…, Dok. 79, S. 171.

(22) Ebda, Dok. 91, S. 184-186.

(23) CAW, Generalstab der PA, Sign. IV.111.512, Richtlinie Nr. 7 des Marschalls von Polen M.Żymierski für den Befehlshaber der Operationsgruppe „Weichsel“, General S. Mossor, vom 5. Mai 1947.

(24) Staatsarchiv Lublin (APL), KW PPR, Sign. 1/V/35. Bericht des Wojewodschaftskomitees der Polnischen Arbeiterpartei in Lublin für das Zentralkomitee der Polnischen Arbeiterpartei für die Zeit vom 15. Mai bis zum 15. Juni 1947 [ohne Datum]

(25) AAN, KC PPR, Sign. 295/V-3. Protokoll Nr. 7 von der Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees der Polnischen Arbeiterpartei vom 23. April 1947.

(26) Aktion „Weichsel“…, S. 30 (Einleitung); Pater Mitrat S. Dziubyna, I stwerdy dilo ruk naschich. Spohady. Warszawa 1995, S. 94; K. Urban, Prześladowania duchowieństwa prawosławnego w Polsce po 1945 roku (przyczynek do losu uwięzionych w Centralnym Obozie Pracy w Jaworznie) (Verfolgung der orthodoxen Geistlichkeit in Polen nach 1945. Beitrag zum Schicksal der Gefangenen des Zentralen Arbeitslagers in Jaworzno), in: Cerkownyj Wjestnik 1992, Nr. 4, S. 28-42.

(27) M.Truchan, Aktion „Weichsel“, in: Ukraina i Polscha misch mynulym i majbutnim, Lwiw 1991, S. 59-60.

(28) Siehe: Litopys UPA, T. 22 UPA w switli polśkych dokumentiw. Knyha persa: Wijśkowyj Sud Operatywnoji Hrupy „Wisła”, Upor. E. Misiło, Toronto-Lwiw 1992.

(29) Aktion „Weichsel“…, S. 31.

(30) M. Tyliszczak, 9 Drezdeńska Dywizja Piechoty w walce z ukraińskim podziemiem zbrojnym (czerwiec 1945 – październik 1947) (Die 9. Dresdener Infanteriedivision im Kampf gegen den ukrainischen Untergrund (Juni 1945 – Oktober 1947), in: W walce ze zbrojnym podziemiem (Im Kampf gegen den bewaffneten Untergrund 1945-1947, Warszawa 1972, S. 193-194.

(31) I. Hrywna, Ukraińcy w województwie olsztyńskim (Ukrainer in der Wojewodschaft Olsztyn), in: Inicjatywy Warmińskie 1989, Nr. 4, S. 37.

(32) Siehe: R. Drozd, Droga na zachód. Osadnictwo ludności ukraińskiej na ziemiach zachodnich i północnych Polski w ramach akcji „Wisła” (Der Weg in den Westen. Die Ansiedlung der ukrainischen Bevölkerung in den West- und Nordgebieten Polens im Rahmen der Aktion „Weichsel”), Warszawa 1997, S. 63-65.

(33) I. Hrywna, Powojenne losy Ukraińców w Polsce (Das Nachkriegsschicksal der Ukrainer in Polen), in: Dziś 1992, Nr. 8, S. 38-39; Siehe: A, Kwilecki, Liczebność i rozmieszczenie grup mniejszości narodowych na Ziemiach Zachodnich (Anzahl und Verteilung nationaler Minderheitengruppen in den Westgebieten), in: Przegląd Zachodni 1964, Nr. 4.

(34) Aktion „Weichsel“…, S. 227-228.

(35) AAN, Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete, Sign. 784. Telefonogramm Nr. 590, gesendet vom UWO an die Ansiedlungsabteilung des Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete vom 30.09.1947.

(36) AAN, Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete, Sign. 785. Schreiben der Kreisabteilung des Staatlichen Repatriierungsamtes in Elbing an die Inspektionsabteilung des Ministeriums für die Wiedergewonnenen Gebiete vom 22.05.1947.

(37) APO, Staatliches Reptariierungsamt (PUR), Sign. 56. Beschreibender Bericht über die Entladung des Transports der Aktion „Weichsel“ Nr. R-76/79 auf der Bahnstation Lidzbark Warmiński vom 16.5.1947.

(38) G. Motyka, Od Wołynia do akcji „Wisła“ (Von Wolhynien bis zur Aktion „Weichsel“), in: Więź 1998, Nr. 3, S. 130-131.

(39) Siehe: AAN, Zentralverwaltung des Staatlichen Reptariierungsamtes , Sign. XII/119; Staatsarchiv in Stettin (APS), Wojewodschaftsabteilung des Staatlichen Reptariierungsamtes (WO PUR), Sign. 410; Staatsarchiv in Allenstein (APO), Sign. 56-57; Staatsarchiv in Danzig (APG), WO PUR, Sign. 1167/751; R. Drozd, Rosmishctschennja ukrajinciw na zachidnych i piwnicznych zemlach Polschstschi u 1947 r., in: Ukrajinśkyj Almanach 1997, Warszawa 1997, S. 84-89.

(40) APL, WO PUR, Sign. 176. Auflistung der Transporte in der Aktion „Weichsel“ für September und Oktober 1947, (ohne Datum)

(41) E. Misiło, Hreko-katolyćka Cerkwa u Polszczi (1944-1947) (Die griechisch-katholische Kirche in Polen), in: Ukrajina i Polszcza miż mynułym i majbutnym, Lwiw 1991, S. 108-109.

(42) AAN (Archiv für Neue Akten), Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete Sign. 784. Kontrollbericht der Inspektionsabteilung des Ministeriums für die Wiedergewonnenen Gebiete vom Verlauf der Aktion „Weichsel“ in den Gebieten der Wojewodschaften Breslau, Posen, Stettin und Danzig vom 21. Oktober 1947.

(43) R. Drozd, Droga na zachód… (Der Weg in den Westen…), S. 116-117.

(44) I. Hrywna, Powojenne losy Ukraińców… (Das Nachkriegsschicksal der Ukrainer…), S. 39.

(45) R. Drozd, Droga na zachód… (Der Weg in den Westen…), S. 91, 96, 108 und 118.

(46) AAN, Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete, Anweisung des Ministeriums bezüglich der Richtlinien der Verteilung von Siedlern aus der Aktion „Weichsel“ vom 20. November 1947.

(47) AAN , Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete, Sign. 784, Anweisung des Ministeriums für die Wiedergewonnenen Gebiete zu den Richtlinien der Verteilung der Siedler aus der Aktion „Weichsel“ vom 10. November 1947.

(48) Staatsarchiv in Olsztyn (APO), UW, Sign. 90. Bericht des Wojewodschaftsamtes in Olsztyn von der Aktion „Weichsel“ für den Monat Februar 1948.

(49) R. Drozd, Droga na zachód… (Der Weg in den Westen…), S. 121-129.

(50) AAN, Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete, Sign. 787. Zusammenstellung der zerstörten Einzelbauernhöfe, besetzt von den Ukrainern in der Wojewodschaft Stettin, Stand am 25. September 1947.

(51) Siehe: R. Drozd, Droga na zachód… (Der Weg in den Westen…), S. 151.

(52) Dekret vom 27.07.1949 über die Übernahme der nicht mehr im faktischen Besitz ihrer Eigentümer befindlichen Landesimmobilien, die in manchen Kreisen der Wojewodschaften Białystok, Lublin, Rzeszów und Krakau liegen, in den Besitz des Staates (Gesetzblatt 1949, Nr. 46).

(53) Interview Nr. 16 mit Anna S. aus dem Dorf Rydzewo, Kreis Susz; Interview Nr. 14 mit Symen M. aus dem Dorf Wałdowo Kreis Miastko (in der Sammlung des Autors).

(54) S. Zabrowarny, Ukraińcy na Pomorzu Zachodnim w latach 1947-1956 (Die Ukrainer in Westpommern in den Jahren 1947-1956), in: Ukraińcy w Polsce. Poszukiwania i odkrycia (Die Ukrainer in Polen. Suche und Entdeckungen.), Koszalin-Poznań 1992, S. 29-30.

(55) APO, UWO, Sign. 303. Bericht des UWO über die Tätigkeit der Kirchen in der Wojewodschaft Olsztyn im Jahre 1948

(56) K. Urban, Kościół prawosławny w Polsce 1945-1970 (Die russisch-orthodoxe Kirche in Polen in den Jahren 1945-1970), Kraków 1996, S. 161-171.

(57) Drozd, Droga na zachód… (Der Weg in den Westen…), S. 136-138.

(58) A. Kwilecki, Zagadnienie stabilizacji Łemków na Ziemiach Zachodnich (Zur Stabilisierung der Lage der Lemken in den Westgebieten), in: Przegląd Zachodni, 1966, Nr. 6, S. 310.

(59) J. Burkszta. Kategorie ludności i ich typ kulturowy (Bevölkerungskategorien und ihr Kulturtyp), in: Przemiany społeczne na Ziemiach Zachodnich (Gesellschaftliche Veränderungen in den Westgebieten), Poznań 1967, S. 161; A. Kwilecki, Zagadnienie stabilizacji Łemków na Ziemiach Zachodnich (Zur Stabilisierung der Lage der Lemken in den Westgebieten), in: Przegląd Zachodni, 1966, Nr. 6, S. 31, A. Sakson, Stosunki narodowościowe na Warmii i Mazurach 1945-1997 (Nationalitätenverhältnis in Ermland und Masuren 1945-1997), Poznań 1998, S. 180.

(60) I. Hałagida, Ukraińcy w województwie gdańskim 1947-1956 (Die Ukrainer in der Wojewodschaft Danzig 1947-1956), in: Między Odrą a Dnieprem. Wyznania i narody (Zwischen Oder und Dnjepr. Konfessionen und Nationen), Hrsg. .T. Stegner, Gdańsk 1997, S. 178-179.

(61) AP Koszalin, PWRN, Sign. 4625. Schreiben der Sozial- und Verwaltungsabteilung des Staatlichen Wojewodschaftsnationalrates in Koszalin an das Zentralkomitee der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei zu Händen des Genossen Zawadzki bezüglich der ukrainischen Bevölkerung, vom 12.02.1952.

(62) R. Drozd. Polityka władz wobec ludności ukraińskiej w Polsce w latach 1944-1989 (Politik der Behörden gegenüber der ukrainischen Bevölkerung in Polen in den Jahren 1944-1989), Warszawa 2001.