Der Eigensinn der Universitätsverwaltung

Das Westpommersche Marschallsamt möchte das einstige Bismarck-Schlösschen in Kulice bei Nowogard übernehmen, das Eigentum der Stettiner Universität ist. Wie die Pressesprecherin des Amtes, Gabriela Wiatr, mitteilte, richtete der Marschall am 25. Februar 2013 ein entsprechendes Schreiben an den Rektor der Hochschule.

Die Frage des Verkaufs von Kulice, die seit Dezember letzten Jahres im Gespräch ist, hat in Polen und Deutschland jene Kreise erregt, die sich für die deutsch-polnische Zusammenarbeit einsetzen. Erinnern wir daran, dass Philipp von Bismarck der letzte deutsche Eigentümer des Schlösschens war, ein bedeutender CDU-Politiker, der die Ostpolitik von Kanzler Willy Brandt unterstützte. Nach 1990 registrierte er in Polen eine Stiftung, die das verfallene Schlösschen pachtete und wieder aufbauen ließ. Zur Eröffnung des Objekts im Jahr 1995 reisten auserlesene Politiker an, Geistliche und viele Personen, die sich für die deutsch-polnischen Angelegenheiten engagieren. In Kulice nahm die Europäische Akademie Külz-Kulice ihre Tätigkeit auf, die diesem Ziel entsprechend den Intentionen des Wiederaufbaus diente.
Im Sinne eines Vorschlags von Philipp von Bismarck übertrug die Agentur für das landwirtschaftliche Eigentum des Staatsschatzes das Schlösschen im Jahr 2002 der Universität. Die Universitätsverwaltung äußerte ihre Dankbarkeit und versicherte, sie werde die Ziele realisieren, um derentwillen da Haus wiederaufgebaut und eingerichtet wurde. Sie akzeptierte die Bedingung, das Haus zehn Jahre lang nicht zu verkaufen und war damit einverstanden, dass die Akademie Külz-Kulice dort ihren Sitz behält.
Das Zusammenleben zwischen der Universität und der Akademie in einem Objekt gestaltete sich fast von Anfang an schwierig, worüber die Medien vielfach berichteten. Die Akademie organisierte jedoch internationale Tagungen und Begegnungen, während die Universität das Objekt verwaltete. Sowohl die Akademie als auch die Universität organisierten in dem Schlösschen auch kommerzielle Veranstaltungen. Die Universität allerdings kaum etwas anderes. Nach Ablauf der zehn Jahre beschloss die Universität, das Objekt, das sie unentgeltlich erhalten hatte, zu verkaufen. Die Akademie Külz-Kulice musste es verlassen. Bis gestern verteilte sie die Ausstattung des Schlösschens, die ihr Eigentum ist. Die einzelnen Teile gingen an das Sozialpflegeheim in Nowogard [Naugard], die Grundschule Nr. 4 in Nowogard, die Grundschule in Wierzbięcin [Farbezin], die Gemeinde des Hl. Rafał Kalinowski in Nowogard, die Książnica Pomorska [Pommersche Bibliothek in Stettin], das Kulturzentrum in Trzebiatów [Treptow a.d. Rega] und die Freiwillige Feuerwehr in Płoty [Plathe]. Die Akademie wird ihre Tätigkeit außerhalb von Kulice fortsetzen.
Wie wird die Universität auf den Brief des Marschalls und den darin enthaltenen Vorschlag reagieren, dass das Schlösschen weiterhin den Zielen dienen möge, um derentwillen es wiederaufgebaut wurde? Wie wir inoffiziell erfuhren, fasste der Senat der Hochschule gestern den Beschluss, Kulice zu veräußern (bei einer Stimmenthaltung). Die Hochschule möchte das Schlösschen für 4 Millionen Złoty verkaufen.
Übersetzung Zzz

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Veröffentlichung/ data publikacji: 01.03.2013