Die Universität und die Kultur

Die Vorfälle in Kulice am Freitag zu kommentieren, ist leicht und schwierig zugleich. Leicht, weil das Urteil darüber eindeutig ist: es lief äußerst schlecht. Schwierig, weil an elementare Dinge zu erinnern ist, weil Banalitäten und Binsenweisheiten zu wiederholen sind: Die Kultur ist immer verpflichtend, unabhängig von den Nerven mehr oder weniger gespannter und genauer Kontexte.
Der Kommentator schämt sich, dass er dies einem hochrangigen Angestellten der Stettiner Universität (und seiner Mannschaft) in Erinnerung rufen und wiederholen muss, der einen Auftrag der obersten Verwaltung der Hochschule ausführt, die traditionell Alma Mater – Nährende Mutter – genannt wird.
Und in diesem Zusammenhang möchte man fragen, ob er die Aufgabe so ausführte, wie es ihm befohlen war? Leider ist anzunehmen, dass es so war, da der Rektor der Stettiner Universität Anfang Dezember vorigen Jahres einen an die Stiftung Europäische Akademie Külz-Kulice gerichteten Brief unterschrieb, in dem er drohte, falls die Stiftung aus Kulice „irgendwelches bewegliches Inventar“ wegnehmen sollte, werde die Hochschule „diesen Tatbestand sofort den Ordnungskräften melden“. Das Inventar war Eigentum der Stiftung, was der vorige Rektor mit eigenhändiger Unterschrift bestätigt hatte.
Hätten die Ereignisse am Freitag anders ablaufen können? Natürlich. Es hätte genügt zu verstehen, dass das Fahrzeug sich verspätet, darüber zu lachen (selbst mit zusammengebissenen Zähnen) und zu sagen: Was soll’s, warten wir eben. Hauptsache, das Fahrzeug kommt überhaupt.
Aber man muss wissen, wie man das macht und es auch wollen. Dafür braucht man keine Anweisungen der obersten Verwaltung irgendeiner Alma Mater, keine hohe Klasse, Funktionen und Titel, denn so handelt jeder kultivierte Mensch.
Übersetzung Zzz

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Veröffentlichung/ data publikacji: 04.03.2013