Brauchen wir eine Affäre?

Mit seiner Entscheidung, die Stiftung „Europäische Akademie Külz-Kulice“ zwangsweise aus dem Gutshaus in Kulice herauszusetzen, riskiert der Senat der Stettiner Universität viel. Interessant, ob einer der titeltragenden Mitglieder der Universitätsverwaltung darüber nachgedacht hat, dass die Angelegenheit sich zu einem Skandal ausweiten könnte, der Polen ernstlich schadet?
Folgendes könnte nämlich geschehen: Die sympathische und in ihren Meinungsäußerungen bislang sehr maßvolle Frau Lisaweta von Zitzewitz greift zum Telefon und ruft eine bekannte Redaktion auf der westlichen Seite der Oder an. Sie berichtet vom Gutshaus der Familie von Bismarck, das – nachdem die rechtmäßigen Eigentümer es verlassen hatten – Eigentum des polnischen Staates wurde, welcher es verfallen ließ. Mehr oder weniger vor zwanzig Jahren wurde das Gutshaus mit Geldern der deutschen Regierung wiederaufgebaut und für die Tätigkeit einer Stiftung bestimmt, die dem Aufbau guter Beziehungen zwischen Deutschen und Polen dienen soll. Und genau jetzt wird diese Stiftung vom Eigentümer des Gutshauses, der noblen Stettiner Universität, gezwungen, das Haus zu verlassen. Der Universität war das einstige bismarcksche Gutshaus einzig als Vergnügungslokal nötig, das für Hochzeiten vermietet wurde. Jetzt möchte sie es für 5 Millionen Złoty verkaufen. Und die hinausgeworfene Stiftung hat seit heute, d.h. seit dem 1. März, keinen Sitz mehr.
Unschwer zu erraten, dass sich unter den zahlreichen, Polen freundlich gesonnenen Deutschen solche fänden, die diese Nachricht mit scharfer Soße würzen und in die Medien geben würden. In einigen Tagen könnten wir von den Barbaren im Osten lesen, die die Deutschen erneut vertreiben. Und von wo? Aus dem Gutshaus der Bismarcks, das sie zuerst in eine Tanzbude umwandelten, und jetzt versuchen sie, durch den Verkauf des Objekts, das aus Mitteln des deutschen Steuerzahlers restauriert wurde, Geld zu verdienen. Ein Skandal!
Man muss kein Professor oder Doktor sein, um das Ausmaß der Schäden zu ermessen, die dies dem Ansehen Polens bereiten würde. Es genügt ein bisschen Vorstellungskraft, die – wie zu sehen ist – mit dem Niveau der Betitelung nicht auf das Engste korreliert.
Zum Glück hat Frau von Zitzewitz kein Telefonat mit einem befreundeten Redakteur jenseits der Oder geführt. Aber sie kann es immer noch tun.
Übersetzung Zzz

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Veröffentlichung/ data publikacji: 01.03.2013