Parlamentarier verteidigen Kulice/Külz

Fünfzehn Parlamentarier der Bürgerplattform haben einen offenen Brief an den Rektor der Stettiner Universität, Prof. Edward Włodarczyk, gerichtet. Sie bringen darin ihre Enttäuschung über die Tatsache zum Ausdruck, dass die Hochschule den Verkauf des Gutshauses in Külz bei Nowogard/Naugard beschlossen hat und rufen dazu auf, diese Entscheidung zurückzunehmen. In dem Gutshaus, das die Universität vor zehn Jahren unentgeltlich erhielt, war seit 1995 ein Zentrum für deutsch-polnische und europäische Begegnungen tätig, das von der Europäischen Akademie Külz-Kulice betrieben wurde.

Bis zum Jahr 1945 war Külz eine der pommerschen Besitzungen der Familie von Bismarck. Nach 1995 baute die von Philipp von Bismarck in Polen registrierte Stiftung Fundatia Europea Pomerania das verfallene Schlösschen in Külz wieder auf und bestimmte es für eine Nutzung als Bildungsstätte und Zentrum für deutsch-polnische Begegnungen. Seit 1995 wirkte hier die Akademie Külz-Kulice unter der Leitung von Lisaweta von Zitzewitz. Im Jahr 2002 übertrug die Agentur für das landwirtschaftliche Eigentum des Staatsschatzes das Schlösschen der Stettiner Universität. Die Akademie behielt ihren Sitz in dem Gebäude. Die Hochschule erklärte sich damit einverstanden, das Schlösschen zehn Jahre lang nicht zu verkaufen. Als dieser Termin verstrichen war, fasste sie den Verkaufsbeschluss. Der Ausrufungspreis beträgt rund 5 Millionen Złoty.

Seit Dezember vergangenen Jahres haben wir viele Male über den Verkauf des Schlösschens geschrieben. Die Sache stieß auf ein großes Echo, insbesondere unter Menschen, die sich für die deutsch-polnische Zusammenarbeit in Pommern engagieren. Es gab auch einige Veröffentlichungen in den Medien zu beiden Seiten der Grenze. Die Hochschule gab ihre Verkaufsabsichten nicht auf, obwohl der Marschall der Wojewodschaft anbot, das Schlösschen zu übernehmen.

Die Parlamentarier schreiben, sie hätten den Beschluss der Stettiner Universitätsverwaltung mit großer Enttäuschung aufgenommen. Sie betonen, dass sich die Tagungsstätte in Külz „dauerhaft in das Bewusstsein von Menschen eingeschrieben hat, denen die Idee der Zusammenarbeit, der Toleranz und des Kampfes gegen die Stereotypen in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit nahe sind“. Ihre Verwunderung sei umso größer, als – wie sie hervorheben – „die Selbstverwaltung der Wojewodschaft Westpommern (…) dem Rektor das Angebot machte, bei der Erarbeitung einer Formel für die weitere Tätigkeit in Külz behilflich zu sein.“

Am Ende des Briefes äußern sie die Hoffnung, „dass der Rektor und der Senat der Hochschule gewillt sein werden, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und das diese nicht endgültig ist.“ Zugleich erklären sie ihre Bereitschaft, der Stettiner Universität zu helfen und sie zu unterstützen, „wenn sich zeigen sollte, dass der Wunsch besteht, die Wissenschafts- und Schulungstätigkeit in dem Objekt in Külz weiterzuentwickeln.“

Ü:Zzz

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Veröffentlichung/ data publikacji: 25.03.2013