Parlamentarier der Bürgerplattform (PO) protestieren

Stettiner Universität verkauft das Schloss der Bismarcks in Kulice/Külz. Parlamentarier der Bürgerplattform (PO) protestieren

„Man kann es nicht dazu kommen lassen, dass ein Objekt, das der internationalen Zusammenarbeit diente, sich in ein Haus für Hochzeitsfeiern verwandelt“, sagt Senator Norbert Obrycki.

Alle Parlamentarier der PO, auch Gesundheitsminister Bartosz Arłukowicz, unterzeichneten einen offenen Brief an den Rektor der Stettiner Universität.

Das Schloss in Külz, das der Stettiner Universität gehört und in dem die Europäische Akademie Külz-Kulice tätig war, diente der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und wurde nun zum Verkauf ausgeschrieben. Ausrufungspreis: 5,8 Millionen Złoty. Angebote sind bis zum 19. April (bis um 11.30 Uhr) einzureichen. Den Verkaufsbeschluss fassten der Rektor und der Senat der Hochschule (57 Ja-Stimmen, nur 1 Enthaltung).

„Für den Verkauf sprachen hauptsächlich ökonomische Gründe“, sagt Julia Poświatowska, die Pressesprecherin der Stettiner Universität. „Die Unterhaltung des Objekts kostet jährlich ca. zweihundert- bis dreihunderttausend Złoty. Im Lauf von zehn Jahren haben wir 2,5 Millionen Złoty aufgewendet.“

Die Universität erhielt Külz unentgeltlich und verkauft

Die Parlamentarier der PO appellieren in ihrem offenen Brief an Professor Edward Włodarczyk, den Rektor der Stettiner Universität, diese Entscheidung zu ändern. Der Brief ist in einem sehr ruhigen Ton gehalten: „Wir setzen darauf, dass der Rektor und der Senat der Hochschule gewillt sein werden, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.“

„Eine unangenehme Situation, die kein Ruhmesblatt ist“, kommentiert der Abgeordnete Arkadiusz Litwiński. „Es ist nicht angebracht, dass eine Hochschule das veräußert, was sie umsonst bekam.“

Die Stettiner Universität erhielt das Schloss in Külz im Jahr 2002 von der Agentur für das Landwirtschaftliche Eigentum des Staatsschatzes. An die Schenkung knüpfte sich die Bedingung, dass die Hochschule in dem Objekt zehn Jahre lang erzieherisch und wissenschaftlich tätig sein müsse. Vorher hatte sich der Vorkriegsbesitzer Philipp von Bismarck für die Restaurierung des verfallenen Objekts eingesetzt. Die von ihm gegründete Fundatia Europea Pomerania warb für diesen Zweck 3,5 Millionen DM ein. Zu den Spendern gehörte auch die Familie von Bismarck. Das wiederaufgebaute Objekt wurde 1995 feierlich eröffnet. Die Fundatia Europea Pomerania und in ihrer Nachfolge die Europäische Akademie Külz-Kulice organisierten hier internationale Begegnungen. Zwischen der Akademie und der Universität kam es zu Zwistigkeiten.

Külz darf kein Hochzeitshaus sein

„Külz ist ein Symbol der Aussöhnung geworden, nach dem Verkauf aber wird es sich in ein Hochzeitshaus oder eine Pension verwandeln“, sagt der PO-Senator Norbert Obrycki. „Die paar, durch den Verkauf gewonnenen Millionen Złoty werden im Budget der Hochschule gar nicht zu bemerken sein. Dieser Ort, der einst einer bekannten europäischen Familie gehörte, sollte weiterhin grenzüberschreitenden Begegnungen dienen. Der Schritt der Hochschulverwaltung ist umso unverständlicher, als der Marschall der Wojewodschaft seine Hilfe angeboten hat.“

Der Marschall der Wojewodschaft hatte vorgeschlagen, das für die Hochschule unbequeme Objekt zu übernehmen oder sie in Fragen der Nutzung zu beraten.

Wie wird der Rektor den offenen Brief der PO-Parlamentarier beantworten?

„Am nächsten Mittwoch wird der Senat tagen und die Frage des Verkaufs von Külz noch einmal besprechen“, teilt Julia Poświatowska mit.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 24.03.2013