Kleiner Goldmann für eine große Sängerin

Der Kultur-Ueckerich 2013 ging an Dr. Dr. Sylwia Burnicka - Kalischewski, Foto Simone Weirauch
Ueckerich-Preisträgerin 2013 Sylwia Burnicka-Kalischewski und Bürgermeister der Stadt Ueckermünde Gerd Walther, Foto Sven Behnke

Er ist beliebt wie ein kleiner Bruder vom großen Oscar: Der Goldene Ueckerich der Stadt Ueckermünde. Er wird für hervorragende Leistungen in Wirtschaft und Kultur verliehen. Sogar eine internationale Künstlerin hat Lampenfieber, wenn es heißt: Der Ueckerich geht an...

UECKERMÜNDE. Sie hat ihn in ihre Handtasche gesteckt und mitgebracht, den kleinen grinsenden Kerl. Die frisch gebackene Ueckerich-Preisträgerin zeigt ihren Freunden und Bekannten gern, wie der beliebte Kulturpreis der Stadt Ueckermünde und des Gewerbevereins
aussieht: Kurze Flossen, eine flotte Fliege um den Hals gebunden und ein breites Grinsen im goldigen Fischgesicht – den muss man einfach gern haben. Für Sylwia Burnicka-Kalischewski wiegt der Goldene Ueckerich schwer. Nicht nur, weil die Figur aus schwerem Material gefertigt ist. Die Opernsängerin und Gesangspädagogin ist einfach überglücklich über die Wertschätzung, die ihrer Arbeit und der Musik entgegen gebracht wird. Vor drei Jahren rief sie den Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerb ins Leben. Nun wird ihr Engagement für den Sängernachwuchs gewürdigt. So eine Ehre! Und so eine wunderhübsche Figur! Sylwia Burnicka-Kalischewski muss den zauberhaften kleinen Kerl immer wieder anschauen und lachen. Zuhause bei Kalischewskis bekommt er einen Ehrenplatz auf dem Flügel. Gleich neben dem Porträt von Giulio Perotti, dem Star-Tenor des 19. Jahrhunderts, dessen Namen der Internationale Gesangswettbewerb in Ueckermünde trägt. „Den Gedanken, irgendetwas mit Gesang hier auf die Beine zu stellen, hatte ich schon lange. Aber dann hörte ich von Perotti. Und kaum jemand in Ueckermünde wusste etwas von dem berühmten Tenor, der hier geboren wurde“, erzählt Sylwia Burnicka-Kalischewski. Da hat sie schon an der Kreismusikschule Uecker-Randow gearbeitet und dort die Gesangsklasse geleitet. Ihre ganze Energie hat die aus Polen stammende Künstlerin in die Förderung junger Gesangstalente gesteckt. Und mit dem Perotti-Wettbewerb hat sie der kleinen Stadt am Haff internationalen Glanz beschert. 2013 ging der Wettbewerb bereits in die dritte Runde. Zwischen der Stadt Ueckermünde und der Hochschule der Künste Stettin hat sich in dieser Zeit eine enge Zusammenarbeit entwickelt. Höchste Zeit, die Initiatorin zu ehren. Natürlich habe sie schon vom Ueckerich gehört, erzählt die Geehrte. Doch dachte sie dabei immer an die niedliche kleine Plüschfigur, die man in der Ueckermünder Touristik-Information kaufen kann. Als sie voller Vorfreude zum Neujahrsempfang und zur Preisverleihung kam, habe sie keine Ahnung gehabt, dass sie selbst die Preisträgerin sein wird, erzählt Sylwia Burnicka-Kalischewski. Erst als es in der Laudatio hieß, die Ausgezeichnete sei Doktor der humanistischen Wissenschaften und Doktor der Künste der Musik und tritt auf internationalen Bühnen auf, da wurde der in Berndshof lebenden Sängerin vor Aufregung doch ganz schön heiß. In solchen Momenten packt das Lampenfieber sogar eine erfahrene Bühnenkünstlerin. Ihre Liebe zur Musik, ihr Bestreben, junge Sänger zu fördern und ihre unermüdliche Recherche in halb Europa, um mehr über das Leben von Perotti, der ja ein Kind der Stadt Ueckermünde ist, in Erfahrung zu bringen – all das ist jetzt gewürdigt worden. Selbstverständlich macht die Ehrung mit dem Goldenen Kultur-Ueckerich die Gesangspädagogin glücklich. „Aber wissen Sie, das alles wäre nicht möglich ohne meine Familie, ohne die Hilfe der Stadt, ohne die Musikfreunde am Haff, ohne die Kreismusikschule Uecker-Randow, ohne die Sponsoren und die uneigennützigen Gastgeber beim Wettbewerb.“ Na, das klingt doch wie eine echte Dankesrede bei der Oscar-Verleihung. Übrigens: Die Kalischewskis haben jetzt auch einen Ueckerich aus Plüsch. Den haben sie für ihren Sohn (8) gekauft.

Ein putziger Geselle mit einem breiten Grinsen:
Der Ueckerich macht gute Laune.

Quelle: Nordkurier / Haff-Zeitung, 7. Februar 2014

Vollständiger Text/ cały tekst:
Veröffentlichung/ data publikacji: 07.02.2014