Marek Edelman eine unbeugsame Autorität

An Marek Edelman erinnert der Autor seiner Biographie Krzysztof Burnetko.
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Pathos konnte er nicht ertragen. Ausgerechnet er – einer der Anführer des Ghettoaufstands – deutete an, dass man von einem Aufstand in Wahrheit kaum sprechen könne. „Ein Aufstand ist es dann, wenn man irgendein Ziel hat und zumindest eine Hoffnung zu siegen. Uns ging es darum, den noch im Ghetto verbliebenen Menschen das Leben ein bisschen zu verlängern. Man wusste, dass es nicht für immer war. Und dass wir keine Chancen hatten, zu siegen“, argumentierte er.
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Zugleich aber fuhr er über mehr als ein halbes Jahrhundert dennoch an jedem 19. April zum Denkmal für die Helden des Ghettos und zum Bunker in der Miłastraße (mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 1983, als die Behörden der Volksrepublik Polen ihn unter Hausarrest stellten - als Vergeltung für seine Weigerung, an den offiziellen Feierlichkeiten teilzunehmen, die von derselben Equipe veranstaltet wurden, die damals die „Solidarność“ unterdrückte). Lange fuhr er allein hin, oder nur mit seinem Sohn. Später mit einer Handvoll Freunden, erst zuletzt in einem größeren Kreis.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 09.10.2009