Knut Krohn

CIA-Enthüllung regt Polen auf

Die Politiker waschen ihre Hände in Unschuld. Von geheimen CIA-Stützpunkten in Polen habe er nichts gewusst, beteuert etwa Ex-Präsident Aleksander Kwasniewski. Folglich könne er auch nichts davon erfahren haben, dass die USA dort zwischen 2003 und 2005 Terrorverdächtige über Monate auf einem stillgelegten Flugplatz im nordpolnischen Masuren festgehalten und gefoltert haben sollen. Darunter Khalid Scheich Mohammed, mutmaßlicher Kopf des Anschlags vom 11. September 2001.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.09.2008

Stimmungsmache im Raketendorf

Donald Tusk war nicht zu Verhandlungen bereit. "Wir diskutieren hier nicht darüber, die geplanten Raketensilos irgendwo anders hin zu verlegen", erklärte der Premierminister im voll besetzen Saal der Philharmonie im nordpolnischen Slupsk (Stolp), "wir können aber über Kompensationen sprechen."

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.09.2008

Schatten der Vergangenheit

Polen ist auf den russischen Angriff vorbereitet. Zumindest virtuell hat Warschau aufgerüstet. Die offiziellen Internetseiten der Regierung werden inzwischen besonders geschützt, weil die Attacke russischer Hacker nur eine Frage der Zeit sei. Verwiesen wird darauf, dass bereits Estland, Litauen und Georgien Ziel solcher Überfälle gewesen sind. Diese drei Länder, die von Russland offensichtlich noch immer zur ureigenen Einflusssphäre gerechnet werden, hatten es zuvor gewagt, Front gegen Moskau zu machen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.08.2008

Eine echte Männerfeindschaft

Zwischen Polens Präsident und Premier herrscht Schweigen. Lech Kaczynski und Donald Tusk treffen sich zwar ab und an zu Vier-Augen-Gesprächen und drücken sich vor laufenden Kameras gequält die Hände, doch keiner der beiden Politiker macht sich mehr die Mühe, das zerrüttete Verhältnis schönzureden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.08.2008

Hitler-Büsten aus Warschau

Ausgerechnet Polen. Kaum ein anderes Land hat stärker unter dem Zweiten Weltkrieg gelitten. Doch 60 Jahre nach dem Ende der Barbarei sei Polen zum größten Produzenten und Exporteur von NS-Artikeln in Europa aufgestiegen, schreibt die Zeitung Polska. Vor allem nach Deutschland und Skandinavien gingen umfangreiche Lieferungen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.08.2008

Polen will auf Atomkraft setzen

Der Konjunkturmotor in Polen brummt. Rund sechs Prozent Wirtschaftswachstum werden auch in diesem Jahr erwartet. Mit dieser Entwicklung steigt auch der Energieverbrauch im Land drastisch an – Energie, die bis jetzt zu über 90 Prozent aus dem Verbrennen von Braun- und Steinkohle gewonnen wird. Das soll sich spätestens im Jahr 2020 ändern, heißt es nun in einem Strategiepapier der Regierung in Warschau.

Veröffenlichung/ data publikacji: 25.07.2008

Warschaus neue Rabbiner

Es ist ein später Sieg über die Nazis: 60 Jahre nachdem in Polen unter der deutschen Gräuelherrschaft fast das gesamte jüdische Leben ausgelöscht worden war, werden in Warschau wieder Rabbiner ausgebildet.

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.07.2008

Geremek bei Autounfall gestorbe

Der ehemalige polnische Außenminister Bronislaw Geremek ist tot. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, kam der 76 Jahre alte Politiker bei einem Autounfall im Westen Polens in der Nähe von Posen ums Leben. Auf der internationalen politischen Bühne in Erscheinung trat Geremek erstmals im Jahr 1980. Damals macht er sich einen Namen als umsichtiger und besonnener Berater des Führers der Gewerkschaft Solidarnosc, des späteren Staatspräsidenten Lech Walesa.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.07.2008

Kometenhafter Aufstieg

Die Nachricht schlug in Pruszkow ein wie ein Blitz: der Fußballklub Znicz Pruszkow steigt in die erste polnische Liga auf. Doch anstatt Freude machte sich erst einmal Entsetzen breit. Denn die Nachricht traf die Verantwortlichen unvermittelt: der Verein hat weder das Stadion noch die Spieler, um in der höchsten Spielklasse bestehen zu können.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.07.2008

Der deutsche Gigant

Die Pläne sind nicht neu. Seit Monaten heißt es, dass sich der polnische Staat von seinen Anteilen am Verlag Presspublica trennen will. Doch offensichtlich erst jetzt hat sich ein ernst zu nehmender Bieter gemeldet: der Medienkonzern Axel Springer. Der deutsche Verlag habe seinem Ministerium das Interesse am Kauf des 49-prozentigen Anteils mitgeteilt, erklärte Finanzminister Aleksander Grad in diesen Tagen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 08.07.2008