Knut Krohn

Polen kehren zurück nach Hause

Sie kommen langsam wieder zurück, die Auswanderer. Während in den vergangenen Jahren viele Polen ins Ausland gepilgert waren, um dort einen Job zu suchen, scheint sich dieser Trend langsam umzukehren - zumindest häufen sich die Berichte, nach denen immer mehr Polen nach Hause zurückkehren wollen. Denn die Situation auf dem heimischen Arbeitsmarkt hat sich verbessert. Zudem ist etwa durch den Verfall des britischen Pfundes gegenüber dem Zloty ein Job in Großbritannien nicht mehr so lukrativ wie noch vor Jahren.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.05.2008

Alte Heimat, neue Heimat

Ein alter, grauer Grabstein ist Sinnbild für die Tragödie dieser Region. „Hier ruhen in Gott vereint“ steht dort. Dann aber folgt nur ein Name: Hermann Breiter. Gestorben ist der Altbürgermeister im Jahr 1942, als der kleine Flecken am Fuß der Schneekoppe noch Krummhübel hieß. Seine Frau musste nach dem Zweiten Weltkrieg, wie alle Deutschen, den Ort verlassen, der daraufhin Karpacz genannt wurde. Zurückgeblieben ist der Friedhof mit seinen vielen Grabsteinen, auf denen deutsche Namen an die jahrhundertealte Geschichte des Dorfes erinnern.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.05.2008

Keiner für liberale Geister

Erzbischof Glodz reicht seinen Widersachern die Hand. "Die Kirche in Danzig wird den Weg der Versöhnung gehen", verkündete er am Wochenende in der ersten Messe nach seiner Berufung als Oberhaupt der Danziger Erzdiözese. Adressat dieses Satzes war wohl vor allem Lech Walesa. Ob der aber ebenfalls einen Schritt auf den neuen Kirchenführer zugehen wird, ist fraglich. Der ehemalige Präsident Polens hatte Slawoj Leszek Glodz offen als "Unglück für Danzig" bezeichnet und damit vielen Intellektuellen aus dem Herzen gesprochen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.04.2008

Für viele Krakauer ist er Kriegsgewinnler

Oskar Schindler spaltet Krakau. Vor allem alte Menschen sehen in ihm eher den Frauenhelden, Spekulanten und Kriegsgewinnler. Schließlich wurde Schindler während des Zweiten Weltkriegs in der polnischen Stadt mit einer Emaille-Fabrik reich, in der er bis zu 800 Juden beschäftigte. Für viele Krakauer hat der Unternehmer Schindler - der heute 100 Jahre alt geworden wäre - also wenig gemeinsam mit dem Helden aus Steven Spielbergs Hollywoodfilm "Schindlers Liste", der mehr als 1000 Juden das Leben rettete.

Veröffenlichung/ data publikacji: 28.04.2008

Knut Krohn über Ortsschilder, auf denen künftig auch der deutsche Name steht.

Die Leute in Radlow sind keine Revolutionäre. Allerdings lebt dort, in Oberschlesien, ein Menschenschlag, der seinen Kopf durchzusetzen versteht. So war Radlow die erste Gemeinde der Woiwodschaft Opole (Oppeln), die Deutsch als zweite Amtssprache einführte. Jetzt folgt der nächste Schritt: Im Sommer werden Ortsschilder aufgestellt, auf denen auch der deutsche Name Radlau zu lesen ist. Bürgermeister Wlodzimierz Kierat legt Wert auf die Feststellung, dass mit dem zweisprachigen Ortsschild nicht das Deutsche betont werden soll, sondern die vielfältige kulturelle Geschichte des Ortes.

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.04.2008

15.000 Namen erinnern an den Aufstand

Drei Tage wird es dauern, bis alle 15 000 Namen verlesen sind. Sie stehen für Menschen, die ein gemeinsames Schicksal verbindet. Sie sind bei dem Aufstand im Warschauer Ghetto vor 65 Jahren von den deutschen Besatzern getötet worden. Die offiziellen Gedenkfeierlichkeiten dafür beginnen heute in der polnischen Hauptstadt, an zentralen Plätzen wird über Lautsprecher der schier unendliche Fluss der Namen zu vernehmen sein.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.04.2008

Polen sieht „hohe Symbolik“ in Steinmeiers Besuch

Der rote Teppich bleibt dieses Mal im Keller. Ein Privatbesuch sei die zweitägige Visite des deutschen Außenministers in Polen, ist aus dem Büro des polnischen Premierministers Donald Tusk zu hören. Offizielle Konsultationen zwischen Berlin und Warschau werde es daher nicht geben. Dies ist auch der Grund dafür, dass Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Sonntag zuerst auf das Landgut seines polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski fahren und erst am Tag darauf in die Hauptstadt Warschau reisen wird. Unwichtig ist der Besuch dennoch nicht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.04.2008

Auch Polen ist dabei

Der polnische Präsident will am Mittwoch in Bukarest in der Runde seiner Kollegen eine gute Figur machen. Das war wohl der entscheidende Grund, dass Lech Kaczynski am Wochenende doch noch der Ratifizierung des Vertrages von Lissabon zugestimmt hat. Am Dienstag soll das Parlament in Warschau das Werk beschließen, so dass der Staatschef unbeschwert und als Vorkämpfer für Europa zum Nato-Gipfel fahren kann.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.04.2008

Kaczynskis Blockade

Jaroslaw Kaczynski ist zurück. Verändert hat sich der ehemalige polnische Premier allerdings nicht. Auf der politischen Bühne gibt er weiter den Blockierer. Überaus erstaunlich ist allerdings, dass der Oppositionsführer ausgerechnet am Donnerstag bei der geplanten Ratifizierung des EU-Reformvertrages im polnischen Parlament querschoss. Schließlich hatten er und sein Präsidenten-Bruder Lech Kaczynski im vergangenen Sommer das Werk in Brüssel ausgehandelt und hernach als großen Erfolg ihrer Verhandlungskunst verkauft.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.03.2008

Polens lange Wunschliste

Mit ihren Plänen für den Aufbau eines Raketenschutzschilds rennen die USA bei den Polen längst nicht mehr offene Türen ein. Anders als sein Vorgänger Jaroslaw Kaczynski, der sich gerne als ätzender Kritiker der Europäischen Union und ergebener Diener Washington profilierte, hält der polnische Regierungschef Donald Tusk mit seiner Skepsis nicht hinter dem Berg. Bei seinem Staatsbesuch am Montag in Washington hatte Tusk eine lange Wunschliste im Gepäck, was man von der US-Regierung im Gegenzug für den Schutzschild gerne haben möchte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.03.2008