Gabriele Lesser

Antysemicka miłość do zwierząt

Zima 1942: Z całej Europy pociągi z bydlęcymi wagonami docierają do obozów zagłady w okupowanej Polsce. "Aryjczycy" transportują w ten sposób ludzki fracht do fabryk utylizacji i eksperymentalnych laboratoriów. Ze zwierzętami trzeba bardziej uważać. Już w roku 1933, trzy miesiące po zagarnięciu władzy przez Hitlera, nazistowski rząd uchwalił ustawę o zakazie uboju krów i baranów bez poprzedniego ogłuszenia. Antysemicka propaganda wokół tej ustawy trafiła wtedy na podatny grunt u obrońców zwierząt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.12.2012

Vorläufig nur milchig

Verfassungsgericht verbietet das Schächten – aus formalen Gründen. Neues Gesetz ist in Arbeit. »Religiöse Grausamkeit«, »Exportware Horror« und »Rituelles Schlachten ist verfassungswidrig« – so lauteten die Schlagzeilen in fast allen polnischen Zeitungen. Kurz vor der Entscheidung des Verfassungsgerichts, ob das Tierschutzgesetz das direkte Töten eines Tieres im Schlachthof erlaubt, oder ob es zuvor zu betäuben sei, kochte in Polen die Debatte über das Schächten hoch. Human sei allein das katholische Schlachten, war die Ausgangsthese.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.12.2012

Offen zur Stadt hin

Die winzige jüdische Gemeinde in der polnischen Ostseestadt Danzig hat große Pläne: Die Neue Synagoge im Stadtteil Langfuhr (Wrzeszcz) soll sich zu einem Kulturzentrum wandeln. Auf dem Tisch im niedrigen Anbau der Synagoge liegen bunte Computerbilder und historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen. »Wenn alles klappt, was wir uns vorgenommen haben, werden uns die Leute die Türen einrennen«, hofft Michal Samet (51). Der umtriebige Gemeindevorsitzende spielt nicht nur Squash im jüdischen Sportverein Maccabi, sondern ist auch ein leidenschaftlicher Koch.

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.11.2012

Schächten vorläufig verboten

Polens Verfassungsgericht verwirft die Regelung zur rituellen Schlachtung. Religionsgemeinschaften und spezialisierte Metzger sind enttäuscht.
Die Stimmung nach dem Verbot ritueller Schlachtungen in Polen ist niedergeschlagen. „Ich war selten so niedergedrückt, wie in den letzten Tagen“, bekennt Piotr Kadlcik, der Vorsitzendes Jüdischen Gemeindebundes in Polen. „Diese hasserfüllte Atmosphäre nimmt einem schier die Luft zum Atmen.“

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.11.2012

"Je schwachsinniger, desto besser"

Frei erfundene Nachrichten, manipulierte Interviews und brisante Informationen aus angeblich erster Hand - das ist der Stoff, aus dem sich die Polen Tag für Tag ein Bild der Realität machen sollen. Die Sensationsgeschichte "TNT auf dem Wrack der Tupolew" auf der Titelseite der rechtsnationalen Tageszeitung Rzeczpospolita war jedoch etwas zu grob gestrickt. Zwar schaffte es Jaroslaw Kaczynski, der Vorsitzende der rechtsnationalen Partei "Recht und Gerechtigkeit", die Polen mit markigen Zitaten weiter aufzuhetzen: "Wir haben es hier mit einem unerhörten Verbrechen zu tun!

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.11.2012

Charmanter Vermittler

Albrecht Lempp, Polens Literaturbotschafter, ist tot. Dabei hatte der 59-Jährige den Teilnehmern der Kulturtagung „Mehr Europa“ in Warschau noch zugewunken „Ich bin gleich wieder da!“, sich den dezent gemusterten Schal über die Schulter geworfen und sich auf den Weg gemacht, einen Bekannten zu treffen. „Zwei Stunden wird es dauern“, sagte er, „vielleicht drei.“ Wir nickten. Doch er kam nicht zurück. Ein Herzinfarkt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.11.2012

Symbolische Heimkehr

Der israelische Schriftsteller Etgar Keret fühlte sich geehrt, als ihm der polnische Architekt Jakub Szczesny anbot, ein Kunstobjekt in Warschau nach ihm zu benennen. Nach einigem Zögern nahm er an. Das »Etgar-Keret-Haus« steht nun mitten im ehemaligen Ghetto von Warschau. Es ist ein drei Stockwerke hohes Kunstwerk aus Aluminium und Plexiglas und vereint auf einer Wohnfläche von gerade mal 14 Quadratmetern sämtliche Funktionen, die ein »Haus« normalerweise haben sollte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 08.11.2012

Explosive Luftnummer mit fatalen Folgen

Ein polnischer Chefredakteur lässt sich „beurlauben“. Er hat eine Ente über Sprengstofffunde in der 2010 abgestürzten Präsidentenmaschine zu verantworten. Der Wunschtraum nach einem „Anschlag auf den Präsidenten Polens“ war einfach zu groß. Was ist schon ein banaler Unfall? So landete die Sensationsgeschichte über den „Sprengstoff auf dem Wrack der Tupolew“ von 2010 auf der Titelseite der polnischen Tageszeitung „Rzeczpospolita“.

Veröffenlichung/ data publikacji: 03.11.2012

Lebensschützer und der „Fall Agata“

Vor vier Jahren suchte die 14-jährige Agata aus dem südostpolnischen Lublin verzweifelt einen Arzt, der ihr helfen konnte. Sie war nach einer Vergewaltigung schwanger geworden – und fühlte sich doch selbst noch als Kind. Agata wollte abtreiben. Doch obwohl der Teenager das Recht auf ihrer Seite hatte, begann für sie und ihre Mutter ein Spießrutenlauf durch halb Polen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.11.2012

Mit Gott gegen die Selbstbestimmung

Nicht nur Polen beschränkt das Abtreibungsrecht. Auch andere EU-Staaten behandeln Schwangerschaftsabbrüche noch immer restriktiv. Obwohl Polens Abtreibungsrecht zu den strengsten in der Europäischen Union gehört – ein Schwangerschaftsabbruch ist nur bei Gefahr für Leib und Leben der Mutter, bei schwerer Schädigung des Fötus oder nach einer Vergewaltigung zulässig – forderte die katholisch-nationale Partei Solidarisches Polen vor Kurzem das totale Verbot jeder Abtreibung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.11.2012