Gabriele Lesser

Die Versammlungsfreiheit steht jetzt auf dem Spiel

Polens Parlament will die Versammlungsfreiheit einschränken. Der Sejm, das polnische Abgeordnetenhaus, hat das Gesetz bereits mit den Stimmen der liberal-konservativen Bürgerplattform (PO) durchgewinkt. Nun muss noch die zweite Kammer, der Senat, zustimmen. Es ist bereits die zweite Gesetzesnovelle, die auf Initiative von Präsident Bronislaw Komorowski Bürgerrechte einschränken soll. Angeblich geschieht dies „zum Schutz“ der Bürger selbst. Diese aber protestieren lautstark.

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.07.2012

Polens neuer Nationalstolz

Nach der Fußball-EM hat der historische Opfer- und Heldenmythos endgültig ausgedient. Die Polen können ganz entspannt sich selbst und ihre eigenen Erfolge feiern.
Polen sind so stolz wie lange nicht mehr. Stolz auf die EM, stolz auf sich selbst, stolz auf das überwältigende Lob aus dem Ausland. Drei Wochen Fußballparty mit vielen Fans aus ganz Europa haben ein ganz neues Gefühl in Polen geweckt. Plötzlich kann jeder einen weiß-roten Wimpel ans Autofenster hängen und lauthals "Pol-ska" skandieren, ohne gleich den Zorn der "echten Patrioten" oder den anderer Nationen auf sich zu ziehen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 02.07.2012

Ein Freibrief für Jungs, die einfach nur ihren Spaß haben wollen

Fußball-Hooligans wurden in Polen lange nicht weiter ernst genommen. Sie galten als „margines“, als gesellschaftliche Randgruppe, die Hassparolen grölte wie „Juden ins Gas“ oder Affengesänge gegen dunkelhäutige Spieler anstimmte. Polens von Korruptionsaffären geplagter Fußball galt bislang kaum als „Nationalsport“. Vielmehr stand er im Ruch, von Funktionären beherrscht zu sein, die in die eigenen Taschen wirtschaften, statt Talente zu fördern oder gute Fußballer im Verein zu halten. Die Hooligans sind nur ein Teil des „Problems Fußball“ in Polen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.06.2012

Die Russen sind da

Für den Ko-Gastgeber ist es das Spiel der Spiele: Am Dienstagabend um Viertel vor neun im Nationalstadion von Warschau, Polen gegen Russland. Nach dem 1:1 im Auftaktspiel gegen Griechenland ist diese Begegnung für Polen schon aus sportlichen Gründen immens wichtig. Politisch und historisch gesehen, ist ohnehin kein anderes Spiel dieser Fußballeuropameisterschaft so aufgeladen wie dieses.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.06.2012

Kurze Schockstarre und trotzige Kampfparolen

Zehntausende verfolgen in Warschau das Eröffnungsspiel ihrer Elf. Sie geben sie nicht verloren - trotz schwacher zweiter Hälfte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.06.2012

Die schwere Last der Vergangenheit

Als immer mehr Politiker in Westeuropa mit dem Boykott der Fußballeuropameisterschaft in der Ukraine drohten, brach der Regierung in Polens Hauptstadt Warschau der Angstschweiß aus. Immerhin organisierten sie mit den Ukrainern die EM. Fünf Jahre hatte man alle Kraft und viel Geld in das Prestigeprojekt gesteckt. Nun sollte es kurz vor der Premiere vom politischen Spielplan gestrichen werden?

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.06.2012

Noch schnell „Propaganda“ kaufen

Baulärm, Nieselregen und hunderte blaue Plastikklos, die nun die Stadt verschandeln, raubten den Warschauern in den vergangenen Wochen den letzten Nerv. Viele verfluchten die Fußball-Europameisterschaft.
Mitte dieser Woche endlich klarte der Himmel mal kurz auf, so blau und strahlend, als wollte er die Warschauer für den angestauten Frust entschädigen. Zwar ist die Metro noch nicht fertig, die wichtigsten Straßen sind noch immer nicht passierbar, aber das ist jetzt alles egal. Auch egal, dass es wieder grau ist.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.06.2012

Der König der Wälder

Im Wald von Bialowieza gingen die Zaren auf Jagd. Wisente, Luchse und Elche gibt es noch heute. Und ein Bahnhofsrestaurant im Empire-Stil. Polen entdeckt sein russisches Erbe

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.06.2012

Der Traum vom Urlaub

Mit Platz 24 ist Polen eines der Schlusslichter im Armutsbericht. Jedes fünfte Kind lebt unter der Armutsgrenze der OECD. Ein Beispiel aus Warschau.

Veröffenlichung/ data publikacji: 30.05.2012

Aufbruch an der Weichsel

»Für Juden in Deutschland, Österreich und Griechenland dürfte Warschau demnächst wichtiger werden«, ist Pawel Spiewak überzeugt, der neue Direktor des Jüdischen Historischen Instituts in Polens Hauptstadt. »In einer der nächsten Ausstellungen wollen wir die Bestände aus der Preußischen Staatsbibliothek zeigen.« Im Krieg wurden rund 300.000 Bücher, Inkunabeln und handschriftliche Manuskripte von Goethe, Schiller und Mozart nach Niederschlesien ausgelagert.

Veröffenlichung/ data publikacji: 24.05.2012