die tageszeitung
taz, die tageszeitung
Name: die tageszeitung
Gegründet: 1978
Sitz: Berlin
Erscheinungsrhythmus: täglich
Internetseite: http://www.taz.de
Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_tageszeitung
Abschied eines Demagogen
Deutschland hat einen neuen Märtyrer: Thilo Sarrazin. Schon bisher posierte er als die verfolgte Unschuld, die nur ausspricht, was die Funktionäre nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Jetzt hat der Vorstand der Bundesbank einstimmig beschlossen, beim Bundespräsidenten zu beantragen, Sarrazin abzuberufen. Damit hat er nun schriftlich, dass er ein Opfer ist: In einem freien Land wird ihm die freie Meinungsäußerung verwehrt. Daraus lassen sich wunderbare Verschwörungstheorien basteln, die Publikum und Leser anlocken.
Schwarz und Grün fordern - Eine Offensive für die Integration
Es ist absurd, wie Sarrazin schon die Dimension der islamischen Gefahr darstellt. Heute leben - nach mehr als 50 Jahren Einwanderung - gut 3,3 Millionen Muslime in Deutschland. Erst die rot-grüne Bundesregierung und dann die große Koalition haben Einwanderung und Integration politisch gestaltet. Heute ist es gar so, dass mehr Türken aus Deutschland wegziehen als einwandern. Dass dabei gerade gut Qualifizierte auswandern, ist das bedauerliche Ergebnis einer aufgeheizten Stimmung, die Sarrazin befeuert. [...] »
Kritzeleien im Keller
Josef Przedpelski stammt aus Lodz, 1944 wurde er in Warschau bei einer Razzia festgenommen, weil er am dortigen Aufstand beteiligt war, wie der 89-Jährige berichtet. Die Nazis verschleppten ihn nach Berlin, hier musste er als Zwangsarbeiter für die Deutsche Reichsbahn malochen. Nun sitzt Przedpelski in einem kahlen, 37 Quadratmeter großen Raum, Teil der Baracke 13 des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers in Schöneweide. Am Montag wurde sie als neuer Bestandteil des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit der Stiftung Topographie des Terrors eröffnet.
Die Gene sind schuld
Thilo Sarrazin hat ein Buch mit 465 Seiten, 538 Fußnoten, 33 Tabellen und 10 Schaubildern verfasst. Der Titel ist zwar denkbar reißerisch und lautet "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen", trotzdem ist dem Autor sehr daran gelegen, dass es ein wissenschaftliches Werk sein soll. "Ich stütze mich in meinen Ausführungen auf empirische Erhebungen", betont der Bundesbanker, Sozialdemokrat und einstige Berliner Finanzsenator.
Integration: mangelhaft
Überholte Forderungen, keinen Özdemir, keine Özkan, aber einen Sarrazin - die SPD hat ein Ausländerproblem
Auswanderungspfade an Deutschland vorbei
Der globale Wettbewerb um Fachkräfte läuft bereits - und die Attraktivität von Deutschland wurde lange Zeit überschätzt
Löschen statt Urlaub - Selbsthilfe gegen Brände in Russland
Die Großbrände haben den Russen gezeigt, dass ihre politische Führung völlig ohnmächtig ist. Darüber täuschen auch die Inszenierungen von Wladimir Putin nicht hinweg.
Den Erfolg der Freiwilligen leugnet auch das Zivilschutzministerium nicht mehr. Noch Ende letzter Woche wollte es sie am liebsten nach Hause schicken, da man sie nicht mehr bräuchte. Nach einem Tag zog das Ministerium die Anweisung zurück.
Roma in Berlin "Anpassung ist unausweichlich"
Damit Roma in der Stadt sesshaft werden können, brauchen sie Orientierungshilfen - und vor allem Arbeit, sagt Pavao Hudik, Leiter der neuen mobilen Anlaufstelle für Roma.
Wir dürfen nicht die gleichen Fehler machen wie etwa bei den Flüchtlingen, die jahrzehntelang nicht arbeiten oder zur Schule gehen durften und deren Kinder nun kaum an Arbeit und eigenes Geldverdienen gewöhnt sind.
Ihr Zugang zum Arbeitsmarkt ist schwer: Sie können kein Deutsch, haben Probleme, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen - was können Sie da tun? [...] »
Rechte hetzt gegen Juden
Rumäniens Rechtsextremisten holen wieder zu einem Rundumschlag aus. Jüngstes Opfer ist der rumänischstämmige US-Historiker Radu Ioanid. Der als "Schwein" und "faschistischer Jude" beschimpfte Wissenschaftler hatte öffentlich die rumänische Nationalbank kritisiert. Diese hatte sich entschieden, eine Silbermünze in Umlauf zu bringen, auf der das Bild des orthodoxen Patriarchen Miron Cristea eingestanzt ist.