Begegnungszentrum erinnert an Nobelpreisträger Milosz

In Krasnogruda reicht die Natur bis zum Horizont. Der ehemalige Landsitz der Familie von Czeslaw Milosz ist von Bäumen umstellt. Ein See liegt dem Anwesen zu Füßen. In und um das sanierte Gutshaus riecht es nach frischem Holz. Der junge Czeslaw Milosz, Sohn polnischen Landadels, hat viele Tage inmitten dieser Idylle verbracht. Wald, Wind und Wolken haben ihn nie wieder losgelassen. Sie blieben die Kronjuwelen in einem Wortschatz, den er auch im Exil immer bei sich trug.
Der Kosmopolit Czeslaw Milosz hätte darüber wohl nur den Kopf schütteln können. Er war in der Welt zu Hause, wuchs im heutigen Grenzgebiet zwischen Polen und Litauen auf, einer Region, in der stets viele Sprachen gesprochen wurden. Schon früh erlebte der Dichter dort, welche Gefahr der Nationalismus darstellt, der Polen und Litauer zusehends entzweite. Besorgt blickt Czeslaw Milosz in seinen Gedichten zwischen den zwei Weltkriegen auf eine Tragödie zurück und ahnt die nächste Katastrophe voraus. Seine geliebten Wolken wurden dunkler.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 30.06.2011