Der Mann, auf den man nicht hörte

1944 veröffentlichte Jan Karski seinen Augenzeugenbericht über die Shoah – nun ist er auf Deutsch erschienen und wird von Yannick Haenel als Roman verarbeitet.
Das Foto, das Jan Karski 1943 in Washington zeigt und jetzt auf dem Einband seines „Berichts an die Welt“ zu sehen ist, wurde nicht retuschiert: Die Narben, die seine Folterung durch die Gestapo im Sommer 1940 hinterlassen hatte, sollten sichtbar bleiben. Sie waren noch sichtbar, als er 1971 vor die Kamera trat, um für Claude Lanzmanns Film „Shoah“ zu wiederholen, was er 1942 als Augenzeuge im jüdischen Ghetto von Warschau gesehen und in seinem Bericht für die internationale Öffentlichkeit beglaubigt hatte. Niemand, der diesen Film gesehen hat, wird vergessen, wie er beim ersten Versuch zu sprechen abbricht und aus dem Bild läuft, weil es ihm nicht gelingen will, in seiner Vorstellung noch einmal an den Ort des erlebten Grauens zurückzukehren.

Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.tagesspiegel.de/kultur/der-mann-auf-den-man-nicht...
Veröffentlichung/ data publikacji: 11.07.2011