Polnische Polizei findet Leichen aus Deutschland

Polnische Polizisten haben die in der vergangenen Woche in Hoppegarten (Märkisch-Oderland) gestohlenen zwölf Särge mit Leichen entdeckt. Auf einer Sicherheitskonferenz in Frankfurt ging es unterdessen um einen verbesserten Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität.
Die Särge seien gestern Vormittag in einem Wald bei Konin, rund 100 Kilometer östlich von Posen, gefunden worden, sagte der Sprecher der Posener Polizei, Andrzej Borowiak. Sie wurden in die Posener Gerichtsmedizin gebracht und sollen dort heute untersucht werden. Auch über die Frage, wer die Leichen identifiziert, soll heute entschieden werden.
Die Täter haben die Särge laut Borowiak nicht geöffnet, so dass diese in einem verhältnismäßig gutem Zustand seien. Der gestohlene Kleintransporter Marke Mercedes, in dem sich die Särge befanden, war bereits am Montagnachmittag in der Nähe der Stadt Jarocin, südöstlich von Posen, gefunden worden. Zudem wurde ein dritter Tatverdächtiger verhaftet, nachdem zwei Männer bereits in der vergangenen Woche festgesetzt worden waren. Nach zwei weiteren Verdächtigen werde noch gesucht. Einer der Gesuchten, der 34-jährige Tomasz Sporny, der als möglicher Kopf der Bande gilt, die in dem Hoppegartener Gewerbegebiet insgesamt drei Kleintransporter gestohlen hatte, wird in Deutschland vermutet.
Nach Auskunft des Leiters der Soko Grenze der Brandenburger Polizei, Jens Starigk, befanden sich gestern zwei deutsche Beamte vor Ort. Sie sollten sich ursprünglich nur über den Ermittlungsstand informieren, konnten aber gestern auch das Fahrzeug und die Särge in Augenschein nehmen. Die Angehörigen der Verstorbenen sollten anschließend informiert werden.
Am Vormittag hatte Brandenburgs Polizeipräsident Arne Feuring auf einer Sicherheitskonferenz in Frankfurt noch Mängel in der Kommunikation zwischen deutschen und polnischen Behörden bei dem Fall eingeräumt. „Das ist vom Informationsfluss nicht optimal gelaufen", sagte er.
Die Verbesserung der Zusammenarbeit beider Länder war auch das Hauptthema der Konferenz, die auf Initiative von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stattfand. 88 Experten von Grenz-, Polizei-, Zoll- und Justizbehörden nahmen daran teil. Der Vizepräsident des Bundespolizeipräsidiums, Jürgen Schubert, verwies auf die zunehmende Gewaltbereitschaft von Autodieben und anderen Tätern sowie die Notwendigkeit, durch gemischte deutsch-polnische Ermittlungsgruppen „besser auf der Höhe der Ermittlungsgegenstände" zu sein.
Polnische Vertreter wie der Vizechef der Stettiner Polizei, Jan Pytka, bemängelten, dass es wegen der Länderstruktur in Deutschland keine zentralen Ansprechpartner bei der Polizei für sie gebe.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 24.10.2012