Es wird wieder international am Haff

Sylwia Burnicka-Kalischewski (rechts) und ihre Schülerin Friederike Bieber, die auch am Wettbewerb teilnehmen wird. Foto Simone Weirauch.JPG

Es wird wieder international am Haff

Auch nach der Urlaubssaison bleibt es bunt und vielsprachig in Ueckermünde. Dann nämlich, wenn junge Sängerinnen und Sänger aus 16 Ländern der Welt hier zum Perotti-Gesangswettbewerb
antreten. Simone Weirauch fragte bei Dr. Sylwia Burnicka-Kalischewski, der künstlerischen Leiterin des II. Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerbs nach, was die Ueckermünder vom 28.
September bis 4. Oktober erwartet.
Musik kennt keine Grenzen. Wie international klingt in diesem Jahr der Wettbewerb?
Die Teilnehmer reisen aus 16 Ländern an. Sie kommen aus Deutschland, Rumänien, aus der Ukraine, aus Armenien und Polen, aus Georgien und Südkorea, Russland, Weißrussland, Frankreich, Kanada, Japan, Lettland, Serbien, China und Griechenland. Das ist gut zu wissen, denn im Wettbewerb wird jeder auch ein Lied aus seiner Heimat singen.
Wie groß war das Interesse, gerade an diesem noch jungen Wettbewerb eilzunehmen?
Sehr groß. Die Jury hat 77 Bewerber ausgewählt, aber die Zahl der Anfragen war weit höher. Nicht jeder konnte die Anforderungen für eine Teilnahme erfüllen. Um so größer ist die Aufgabe, die vor der Jury liegt. Die Programme der Kandidaten sind breit gefächert, wunderschöne und anspruchsvolle Stücke werden vorgetragen. Übrigens: Auch die Jury ist wieder international. Aus Deutschland sind Professor Renate Faltin, Friederike Meinel und ich dabei, aus Polen kommen Professor Bozena Betley und Professor Jerzy Knetig, aus den USA Janet Williams, aus Russland Dr. Natalia Nikulina und aus Italien Maestro Diego Crovetti.
Opernmusik ist in Ueckermünde nicht jeden Tag zu hören. Meinen Sie, die Gesangsvorträge werden auch einem breiten Publikum gefallen?
Unbedingt. Von Bach bis Bernstein, jedes Genre ist vertreten. Es erklingen bekannte
und beliebte Arien aus Oper, Operette und Musical. Musik aus Verdis „Maskenball“, aus
Mozarts „Zauberflöte“ und „Don Giovanni“. Bereits im Laufe der ersten Runde bekommt
das Publikum die seltene Möglichkeit, die schönsten Arien aus Barock und aus Klassik zu hören sowie die Kultur aus allen erwähnten Staaten hautnah zu erleben. Viele Besucher werden sich erinnern, wie herrlich und leidenschaftlich die Ägypterin Fatma Said, die Grand-
Prix-Gewinnerin 2011, das Lied „Ayadoum lana bostan al zahry“ von Mohie El Din in
arabischer Sprache gesungen hat. Auch wenn man den Text nicht versteht, sind die
Emotionen, die der Künstler übermitteln will, für jeden fühlbar. So entsteht der berühmte
„Gänsehauteffekt“. Das wird den Zuhörern gefallen.
Kann jeder beim Wettbewerb einfach zuhören?
Ja. Der Eintritt in allen Runden ist frei, auch zum Eröffnungskonzert mit Uecker-
Randow-Sinfoniés. Erst für das Preisträgerkonzert am 4. Oktober 18 Uhr in der Volksbühne
Ueckermünde, bei dem die Preise verliehen werden, wird Eintritt erhoben.

Nordkurier, Haff-Zeitung, Freitag, 3. August 2012, S. 17.

Vollständiger Text/ cały tekst:
Veröffentlichung/ data publikacji: 03.08.2012