''Verstehen, wie die Polen ticken''

Ausländerbeauftragte unterstützt Verständigungsprojekte
Zu einem besseren Verstehen der Empfindungen der polnischen Nachbarn soll ein Bündel von Projekten mit dem Titel "Zivile Brücken" beitragen. Es wird von der Ausländerbeauftragten Brandenburgs, Almuth Berger, mit Hilfe von EU-Mitteln unterstützt. "Nachdem die Grenze zwischen beiden Ländern durchlässiger wurde, muss auch die Grenze in den Köpfen durchlässiger werden", sagte Berger bei der Vorstellung der Vorhaben. Im einzelnen sollen die berufliche Ausbildung in der Grenzregion wie auch speziell die Polizeiausbildung durch Begegnungen mit Polen und Informationen über polnische Geschichte und Kultur angereichert werden. Auch die Mitarbeiter der Zentralen Ausländerbehörde des Landes in Eisenhüttenstadt sollen interkulturell geschult werden. Ein weiteres Teilprojekt mit dem Titel "Spurensuche: Alte Heimat - Neue Heimat" widmet sich dem Aufbau eines Netzwerks zwischen lokalen Initiativen, die sich mit der deutsch-polnischen Geschichte und speziell mit Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration beschäftigen. Die Initiatoren von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Brandenburg machen keinen Hehl daraus, dass damit auch ein bewusster Gegenpol zu dem vom "Bund der Vertriebenen" angestrebten "Zentrum gegen Vertreibungen" in Berlin gesetzt werden soll. Der Warschauer Publizist Adam Krzeminski stellte bei der Auftaktveranstaltung fest, dass es Deutschen und Polen trotz aller positiven Veränderungen in den letzten 15 Jahren nicht gelungen sei, eine lebendige und vertiefte Auseinandersetzung zu entwickeln. "Die Deutschen müssen besser verstehen, wie die Polen ticken. Und natürlich auch umgekehrt", sagte er. Zu wirklicher Zusammenarbeit gehöre, dass man Interesse und Verständnis für die Empfindungen des anderen habe. Interessenten an den Projekten können sich an das Büro der Ausländerbeauftragten wenden: Tel. (0331) 866 59 54 oder -07.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 13.03.2005