Die deutsch-polnisch-jüdischen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Das Beispiel Marcel Reich-Ranicki. Ein Forschungsbericht

VORTRAG im Polnischen Institut Leipzig | Markt 10 | Eintritt frei

Gerhard Gnauck [Die Welt, Redaktion Warschau]

Er sei "halber Pole, halber Deutscher und ganzer Jude" - so hat der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sich einst Günter Grass vorgestellt. "MRR", dessen Leben in diesem Jahr verfilmt werden soll, ist für viele der bedeutendste lebende Zeuge der historischen Katastrophe, aber auch des kulturellen Glanzes Deutschlands im 20. Jahrhundert. Doch was verbindet ihn mit unserem östlichen Nachbarland, in dem er fast 30 Jahre verbrachte ? Wie sah das deutsch-polnisch-jüdische Beziehungsdreieck aus, in dem er sich zeit seines Lebens bewegte?

Dr. Gerhard Gnauck, Warschauer Korrespondent der "Welt", für die auch MRR vor einem halben Jahrhundert aus Polen berichtete, ist dieser Frage nachgegangen. Anhand von Gesprächen mit Zeitzeugen und bisher unbekannten Archivdokumenten folgt Gnauck den Spuren, die Reich-Ranicki in Polen hinterlassen hat.

Dabei folgt er seinen wichtigsten Lebensstationen: Die Familie Reich in Wloclawek - Übersiedlung nach Berlin 1929 - Deportation zurück nach Polen 1938 - Warschauer Ghetto - Im Versteck bei der Warschauer Familie Gawin - 1944 Eintritt ins "Ministerium für Öffentliche Sicherheit" - Einsätze in Oberschlesien 1945 und in Berlin 1946 - Als Generalkonsul 1948/49 in London, der Hauptstadt des polnischen Exils - Beginn der Arbeit als Literaturkritiker 1950 - Absetzung nach Deutschland 1958 - Berührungen mit Polen und polnischer Literatur bis heute - Ehrung der Familie Gawin durch das Institut Yad Vashem 2006.

-> Veranstalter: Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. an der Universität Leipzig [GWZO]

info@polinst-l.de

Event: 29.01.2008 - 17:00 - 29.01.2008 - 20:00
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