Neues Deutschland

Wie viele Polen leben in Polen?

Für »wahre polnische Patrioten« ist die Botschaft keineswegs erfreulich: Die jüngst vom Statistischen Hauptamt (GUS) veröffentlichten Daten der nationalen Volkszählung im vergangenen Jahr erwiesen, dass »nur« knapp 92 Prozent der 38,5 Millionen Landesbewohner sich »ausschließlich« als Polen bekennen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 28.03.2012

Verdammte oder Verfluchte

Als patriotisches Beispiel für die heranwachsende Jugend sollen in Aufmärschen, Messen, Feierstunden, wissenschaftlichen Konferenzen und Schulstunden, wie auch durch Kranzniederlegungen - unter anderem am Grabmal des Unbekannten Soldaten in Warschau - »die Helden der zweiten Konspiration, des antikommunistischen Untergrunds 1944-1950 gegen Aggression und Okkupation der Sowjets« geehrt werden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.03.2012

Unbekannter Soldat im Schnee

In der vergangenen Woche fand eine Forststreife in der Hohen Tatra einen halb toten Mann. Er lag fast erfroren in einer Schäferhütte und schaute seine Entdecker mit leeren Augen an. Auch im Krankenhaus in Zakopane, wohin er gebracht wurde, zeigte er keine Reaktion. Erst nachdem im Fernsehen sein Bild gezeigt worden war, worauf ihn seine Familie aus Wegorzewo erkannte, wusste man, dass es sich um den 36-jährigen ehemaligen Soldaten Wlodzimierz N. handelt, der im Irak-Feldzug gekämpft hatte und nach seiner Verabschiedung aus dem Dienst zu Hause umherirrte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.02.2012

Kein Verbrechen rechtfertigt ein neues

Mit einem Moment der Stille begann am Freitagmorgen eine Tagung zu einer noch immer emotional geführten Debatte. Es ging um die Rechtmäßigkeit der Vertreibung von Deutschen aus Gebieten des heutigen Polens und Tschechiens am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Opfer dieser »menschlichen und nationalen Katastrophe« sollten nicht vergessen werden, sagte Christoph Koch, Professor für Indogermanistik an der Freien Universität Berlin, bei der Eröffnung der zweitägigen Konferenz mit dem Titel »War die ›Vertreibung‹ Unrecht?« Er bat die Anwesenden, sich zu erheben.

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.02.2012

Was sagte Bischof Pieronek?

Polens Tageszeitungen, Radiosender und Internet-Portale verbreiteten am Montag die Nachricht über ein Interview, das der Krakower Bischof Tadeusz Pieronek dem katholischen Portal Pontifex.Roma gegeben hatte. Ein Dementi Pieroneks folgte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 27.01.2012

Wandmalereien mit Geschichte erstehen neu

Hinter den bunten Figuren und ihrem Schöpfer, dem polnisch-jüdischen Maler und Schriftsteller Bruno Schulz (1892-1942), verbirgt sich eine tragische Holocaust-Geschichte. Mit ihr beschäftigt sich seit vielen Jahren der Filmemacher Benjamin Geissler.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.01.2012

Chaos in Polens Gesundheitswesen

In Polen gibt es seit einigen Jahren eine einzige Krankenkasse, den Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ), der dem Gesundheitsministerium unterstellt ist. Das Ministerium entscheidet unter anderem darüber, welche Medikamente in welchem Umfang vom NFZ bezahlt werden und wie viel die Patienten zuzahlen müssen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.01.2012

Wiedergelesen: Die Hoffnungskraft einer Lüge

Der Roman »Jakob der Lügner«, erschienen 1969 im Aufbau-Verlag, irritierte die zuständigen Ideologen. Die Beschreibung eines polnischen Ghettos, 1944, in dem es keinerlei Widerstand gegeben, in dem, neben Angst und Grauen, Komisches sich ereignete, in dem ein Gespinst von Nachrichten Rettung vorspiegelte! Welchem Leser könnte dergleichen hilfreich sein, Vergangenheit zu begreifen, gar zu bewältigen?! So bremste man die Verbreitung des Romans.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.01.2012

»Müllverträge« auf Polens Arbeitsmarkt

Nichts charakterisiert die »wilden« Zustände auf dem polnischen Arbeitsmarkt deutlicher als die »umowy smieciowe« - zu Deutsch »Müllverträge«. Gemeint sind damit nicht etwa Verträge über die kommunale Müllabfuhr.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.01.2012

Polens Linksbund auf EU-Linie

In der Europa-Debatte des Parlaments am Donnerstag unterstützte die etablierte Linke voll und ganz den Kurs von Premier Donald Tusk, der zuvor in Brüssel und Straßburg die Maßnahmen zur Rettung des Euros auch für Polens Wirtschaftsentwicklung eindeutig notwendig genannt hatte. Leszek Miller, seit einer Woche auch wieder SLD-Parteivorsitzender, ging sogar noch weiter und erklärte, der Euro, die EU und Europa als Ganzes hätten eine ausschlaggebende Bedeutung für die ganze Welt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.12.2011