Knut Krohn

Streit um das Herz von Chopin

Kriege, Besatzung, Zerstörung, alles hat dieses kleine Organ in der kristallenen Urne überstanden. Seit 160 Jahren wird das Herz von Frédéric Chopin in der Heiligkreuzkirche in Warschau aufbewahrt. Nun soll eine der großen medizinischen Fragen beantwortet werden: Starb der Komponist aus Polen 1849 in Paris tatsächlich an Tuberkulose? Nach Ansicht einiger Experten, könnte Chopin auch an Mukoviszidose gelitten haben, jener genetisch bedingten Stoffwechselkrankheit, bei der sich Schleim in den Atmungsorganen ansammelt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 02.07.2008

Einer allein

Die harschen Worte des Präsidenten lassen keinen Spielraum für Interpretationen. „Der Vertrag ist ein totes Dokument“, erklärte Lech Kaczynski gestern in einem zweiseitigen Interview mit der polnischen Tageszeitung „Dziennik“. Daraus leitet er die Schlussfolgerung ab, den EU-Reformvertrag nicht zu unterschreiben – einen Vertrag, den er selbst mit ausgehandelt hat. Nach dem Nein der Iren sei das Papier „gegenstandslos“ geworden, erklärte das Staatsoberhaupt und profilierte sich wieder mal als Quertreiber bereits gefasster Beschlüsse.

Veröffenlichung/ data publikacji: 02.07.2008

Warschau geht auf Minsk zu

Polen macht Ernst. Erst vor wenigen Tagen präsentierte Warschau in der EU das Projekt einer neuen Partnerschaft mit den Ländern des osteuropäischen Raumes, nun sollen den Worten Taten folgen. Mitte Juli wird der polnische Vize-Innenminister Piotr Stachanczyk nach Minsk reisen. Das ist der erste Besuch eines hochrangigen Politikers aus der EU seit vielen Jahren.

Veröffenlichung/ data publikacji: 28.06.2008

Und wer war Lolek?

Wer ist Lech Walesa wirklich? Das ist die Frage, die in diesen Tagen endgültig geklärt werden soll. Ist er der strahlende Held der Arbeiterbewegung in Polen? Oder war er ein opportunistischer Agent des Geheimdienstes im kommunistischen Polen der 70er Jahre? In einer ungeheueren Fleißarbeit haben Gegner Walesas in den vergangenen Jahren Material aus den Archiven des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes zusammengetragen, das die wahre Geschichte des ehemaligen Präsidenten ans Licht bringen soll.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.06.2008

Steinbach erregt Anstoß

Polen und Deutsche haben sich zähneknirschend arrangiert. In Warschau wird nicht mehr hysterisch reagiert, wenn in Berlin das Schicksal der deutschen Vertriebenen in einem würdigen Rahmen dargestellt werden soll. Auf der anderen Seite ist in Deutschland verstanden worden, dass man nicht so einfach die zahlreichen Vorbehalte der Polen gegenüber solch einem Museum ignorieren kann. Das ist einer der Gründe, weshalb das umstrittene Projekt seit einiger Zeit nicht mehr unter dem Namen "Zentrum gegen Vertreibung" firmiert, sondern nun "Sichtbares Zeichen" genannt wird.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.06.2008

Tusk bietet sich Merkel als Gestalter für Europa an

Danzig sollte sich von seiner schönsten Seite zeigen. Kurz vor der Visite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kletterten zwei Restauratoren auf dem Neptunbrunnen herum und polierten das bronzene Wahrzeichen aus dem 17. Jahrhundert auf Hochglanz. Doch die deutsche Kanzlerin wurde in Danzig von einem Regenguss empfangen, der die ganze Arbeit wieder zunichte machte. "Das Wetter entspricht nicht der Stimmung, die heute zwischen uns geherrscht hat", sagte der Gastgeber Donald Tusk jedoch bei der Pressekonferenz.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.06.2008

"Das ist eine Lüge"

Eine Million Zloty. So viel Geld ist Lech Walesa sein guter Ruf wert. Auf diese Summe, rund 300.000 Euro, will der polnische Ex-Präsident jeden verklagen, der behauptet, er habe zu Volksrepublikzeiten für den Geheimdienst gearbeitet.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.06.2008

Explosion im Schacht

In der schlesischen Zeche Borynia hat sich in der Nacht zum Donnerstag gegen 23 Uhr eine Detonation ereignet. In 900 Metern Tiefe war in einem Schacht Methangas explodiert. „Bei dem Unglück sind vier Menschen getötet und 23 verletzt worden“, erklärte am Donnerstag Katarzyna Jablonska-Bajer, Sprecherin der polnischen Betreiberfirma JSW.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.06.2008

Polen will SS-Schergen jagen

Bislang nicht bestraften NS-Kriegsverbrechern in Polen soll es doch noch an den Kragen gehen. Das polnische Institut für Nationales Gedenken will erreichen, dass deutsche Staatsanwälte die noch lebenden Mitglieder der Brigade Dirlewanger verfolgen. Oskar Dirlewanger befehligte eine SS-Brigade, die bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes, der Erhebung der polnischen Heimatarmee AK gegen die deutschen Besatzer ab August 1944, tausende Frauen und Kinder erschoss.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.06.2008

"Die Deutschen spielen Fußball, wie sie früher Trabi fuhren“

Polens Fußball-Fans können offenbar gar nicht genug von den Deutschen bekommen, so sehr beschäftigen sie sich mit den hiesigen Verhaltensweisen. Über die deutsche Elf wird fast mehr diskutiert, als über die eigene Mannschaft.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.06.2008