Thomas Kröter

Gedenken an die Opfer

Christian Wulff nimmt sich Zeit. Viel Zeit. Lange steht er dort, den Kopf in stiller Einkehr gesenkt, wo auf den Tag vor 40 Jahren Willy Brandt gekniet hat: am Denkmal für den Aufstand im jüdischen Ghetto von Warschau.
Der Bundespräsident war 1970 elf Jahre alt. Dennoch habe er, aufgewachsen in einem politisch engagierten Elternhaus, die Bedeutung der Geste des Bundeskanzlers gespürt: „Damit entwickelte sich das Bild eines anderen Deutschen, eines anderen Deutschlands, des freiheitlichen, demokratischen und friedlichen Deutschlands, das den Ausgleich mit seinen Nachbarn sucht.“

Veröffenlichung/ data publikacji: 08.12.2010

Die Kraft der Demut

Eine symbolische Geste steht bis heute für die Anerkennung deutscher Schuld. Willy Brandts Kniefall von Warschau besiegelte die neue Ostpolitik. Seine Größe erschloss sich vielen erst später.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.12.2010

Steinbachs Sitz im Stiftungsrat bleibt leer

Schwester Angela kam mit Balsam für die Wunden der Konservativen: Als Gast in letzter Minute zierte die Bundeskanzlerin am Dienstagabend den Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Berlin. Seit sie nicht mal im Ansatz versuchte, dessen Präsidentin Erika Steinbach in den Beirat des Zentrums gegen Vertreibungen zu bugsieren, hängt der Haussegen schief zwischen Merkel und einer Gruppierung, die seit der Aussöhnungspolitik mit dem Osten zu den treuesten Unionsanhängern gehört.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.03.2009

Absehbarer Rückzug

"Für die Bundeskanzlerin ist das natürlich eine ganz schwierige Frage." Peter Ramsauer (CSU), sonst nie um ein scharfes Wort verlegen, schnurrt jetzt wie ein Diplomat. Wenn es noch eines Zeichens bedurft hätte, da ist es: Der "Fall" Erika Steinbach steht kurz vor der Lösung - ohne dass Angela Merkel sich öffentlich positioniert hätte: Für sie - und gegen Polen; oder für Polen - und gegen die Vertriebenen, eine der letzten Kerngruppen der CDU.

Veröffenlichung/ data publikacji: 04.03.2009

Kabinett beschließt Museum zu Vertreibung

Nach langem Streit hat die Bundesregierung den Weg frei gemacht für ein "sichtbares Zeichen" zur Erinnerung an das Schicksal deutscher Vertriebener und der anderer Nationen im Europa des 20. Jahrhunderts. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) schätzt die Kosten zur Errichtung des Dokumentationszentrums, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen wurde, auf rund 29 Millionen Euro. Die Betriebskosten werden auf etwa 2,4 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.03.2008

Im Land des Lächelns

Ob sie im Kanzleramt, mit den Dolmetschern allein, mal unfreundlich geworden sind? Jedenfalls lassen sich Angela Merkel und ihr Gast Donald Tusk nichts anmerken, als sie vor die Kameras und Mikrofone aus Deutschland und Polen treten. Große Operette ist angesagt beim Antrittsbesuch des neuen Ministerpräsidenten aus Warschau: immer nur Lächeln, immer vergnügt!

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.12.2007