Alte, neue, fremde Heimat/ stara, nowa mała ojczyzna

Geschichten über ein Paradies an der Oder

Erstes Treffen in Czelin

Nach den Messdienern kommen der katholische und der protestantische Pfarrer. Der Gottesdienst beginnt. „Das ist ein Tag, den uns der Herr schenkte“, singen die Polen. „Danke für diesen guten Morgen, danke für den neuen Tag …”, singen die Deutschen.

Geschichte(n) aus Czelin (Zellin)

Frühere deutsche und heutige polnische Bewohner eines kleinen Ortes an der Oder tauschten ihre Erinnerungen aus

Viele Deutsche mussten 1945 ihre Heimat östlich der Oder verlassen. Polen, die ebenfalls aus dem Osten ihres Landes stammten, kamen dorthin. Nur selten werden die Erinnerungen "von damals" ausgetauscht. In
Czelin war es - 62 Jahre nach dem Krieg - jetzt endlich soweit.

Ein Stück Heimat

Eigentlich wollte Ferdinand Pfeiffer aus Lebus an der Oder schon im November nach Polen fahren und über seine Kindheit in Schlesien reden, die 1945 zu Ende gegangen war, und über das, was danach kam. Doch dann sagte er ab und holt die Fahrt jetzt nach. Jedenfalls im kleinen, nur nach Witnica – „Vietz, wie wir immer noch sagen" (...), jenseits der Oder in der Neumark, dem östlichen Teil von Brandenburg, 30 Kilometer von Lebus entfernt.

„Zuerst Mensch, dann Pole"

Der 76jährige Heimatforscher Zbigniew Czarnuch wehrt sich gegen unkritischen Patriotismus in seinem Land

Seit dem Regierungswechsel vor einem Jahr hat der Patriotismus in Polen Hochkonjunktur. Kritiker im In- und Ausland warnen jedoch vor dem überzogenen Gebrauch nationaler Gefühle. Zu ihnen gehört der Heimatforscher Zbigniew Czarnuch.

 

Waldfrieden (Zacisze)

Zur Eröffnung einer Gedenkstätte der europäischen Verständigung in der Wojewodschaft Großpolen

Hans Paasche darf stolz und glücklich sein, hier zu ruhen: zwar noch immer einsam im Wald, aber dennoch mitten unter Menschen, die ihn achten und für die Völkerhass nur noch ein Wort aus längst vergangener Zeit ist.

Frankfurter Brücken nach Israel

Die Schändung des Gedenksteins für die Synagoge durch Jugendliche hat den Ruf von Frankfurt (Oder) beschädigt. Doch Frankfurt ist auch anders. Seit Jahren gibt es eine Partnerschaft des Friedrichsgymnasiums mit israelischen und palästinensischen Schülern und Lehrern. Jetzt wird erneut Besuch aus Israel erwartet.

Frankfurt (Oder) (MOZ) Building Bridges (Brücken bauen) heißt das Projekt, das es inzwischen seit mehreren Jahren am Friedrichsgymnasium gibt.

Juden in Frankfurt (Oder)

Mandel, Werner: Das Bild der Juden im Antichristfenster der St. Marienkirche zu Frankfurt (Oder)
1. Allgemeines zum Judenhass

Die Feindschaft gegen Juden entwickelte sich schon in der Antike. Vielfach kam es zu Ausschreitungen gegenüber Juden, zu Pogromen. Juden wurden oft als Sündenböcke abgestempelt.

Im „Exil“ in Eberswalde

Eberswalde liegt weniger als einhundert Kilometer nordöstlich von Berlin und weniger als fünfzig Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, also schon im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Jedoch ist die Lage der Stadt für einen Grenzgänger nicht besonders günstig – keine Oderbrücke in der Nähe, kein städtisches Zentrum auf dem östlichen Ufer des Flusses, nur ein paar Dörfer, Oderwiesen und Überschwemmungsgebiete. Es ist nicht einfach, Kontakte zum nächsten Nachbarn zu knüpfen. Und doch war am 14. Mai d.J.