Wolf Schmidt

Sammeln, ausspähen, morden

Es ist ein nur mit Mühe durchdringbarer Wust von Daten, Computerausdrucken und Stadtplänen, durch den sich die Spezialisten des Bundeskriminalamts (BKA) seit Wochen wühlen. Allein 1.700 Asservate aus dem abgebrannten Wohnhaus in der Zwickauer Frühlingsstraße, in dem sich der Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zuletzt verschanzt hatte, müssen ausgewertet werden. Eine der Fragen: Wie haben die Terroristen des NSU die Auswahl ihrer Opfer getroffen?

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2012

Die netten Mörder von Platz M80

Was dachten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, als kurz nach ihrem Umzug in die Frühlingsstraße 26 in Zwickau im Jahr 2008 ein griechisches Lokal unten im Haus öffnete? Dort, wo vorher noch ein Laden der Drogeriekette Schlecker war, wurden nun Souflaki und Zaziki serviert.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2012

Terror von rechts: Suche nach verschollenen Neonazis

Da stellt der Ausschussvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) eine ziemlich simple Frage: „Gibt es noch andere Rechtsextremisten, die per Haftbefehl gesucht werden, aber nicht zu finden sind?“ Was darauf von den Vertretern der Sicherheitsbehörden folgt, ist die schiere Ratlosigkeit.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.11.2011

Zentrum soll Nazi-Gewalt abwehren

Die Regierung entschuldigt sich bei Opfern und Angehörigen. Nun soll ein "Abwehrzentrum" gegen Neonazis eingerichtet werden, gefährliche Rechtsextreme könnten in einer eigenen Datei gespeichert werden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.11.2011

Expertenbericht zum Antisemitismus: Schulhof-Schimpfwort "Jude"

Es ist der erste Bericht des noch unter dem damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einberufenen "Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus". Und die Expertise hat es in sich, trotz ihres nüchternen Tons. Denn das Fazit des Gremiums lautet: "Eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland existiert nicht." Von einer "tiefen Verwurzelung von klischeehaften Judenbildern und antisemitischen Einstellungen in der deutschen Kultur und Gesellschaft" ist dort die Rede.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.11.2011

Interne Naziprotokolle aus dem "Freien Netz" - NPD hofiert Schlägertrupp

Nach Außen hin will Holger Apfel der rechtsextremen NPD einen braveren Anstrich geben. Statt offen vom Systemsturz zu reden, soll die Partei sich stärker um soziale Themen kümmern. "Seriöse Radikalität" nennt Apfel seinen angeblich moderateren Kurs, mit dem er es beim noch für diesen Monat geplanten Parteitag zum neuen Bundesvorsitzenden der NPD schaffen will.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.11.2011

Neonazi, aber nicht fremdenfeindlich?

In Leipzig beginnt der Prozess gegen einen Neonazi, der den Iraker Kamal Kilade getötet haben soll. Trotz Hakenkreuz-Tattoos sehen die Ermittler kein ausländerfeindliches Motiv.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.06.2011

Nach Neonazi-Angriff auf Migranten - Brandstifter im schwäbischen Idyll

Anschlag auf "Ausländer", schrieben die Zeitungen. Das irritiert Ali Tecer. Zwar haben manche der Freunde einen türkischen oder italienischen Pass, aber er ist Deutscher, hier geboren, ging hier zur Schule, macht jetzt die Lehre zum Kfz-Mechatroniker beim BMW-Händler in Schorndorf, der nächstgrößeren Stadt. "Und dann sind wir immer noch die Ausländer." Neben ihm steht sein Vater, Duran Tecer, der vor 40 Jahren nach Deutschland kam, als Sohn eines Gastarbeiters bei Bauknecht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 30.04.2011

Widersprüchliches aus Brüssel

Die EU-Kommission drängt Deutschland, ein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vorzulegen - obwohl sie mit den Erfahrungen in den anderen EU-Staaten unzufrieden ist. Und auch die Zugriffszahlen auf die Vorratsdaten sind höchst unterschiedlich: Während die Behörden in Zypern nur 100-mal pro Jahr Daten anfordern, machen sie es in Polen mehr als eine Million Mal - das ist die Hälfte der Zugriffe in der ganzen EU.
Veröffenlichung/ data publikacji: 18.04.2011

Brandanschlag gegen Migranten - Verdächtiger war schon mal Angreifer

Einer der Verdächtigen für den Brandanschlag auf eine Gruppe junger Migranten in Baden-Württemberg war nach taz-Informationen schon vor elf Jahren an einem brutalen Angriff auf einen Griechen in Schorndorf beteiligt, wie die Polizei in Waiblingen auf Nachfrage bestätigte. Der 35-jährige Christian W. war damals Pressesprecher der NPD im Rems-Murr-Kreis und wurde als Mittäter wegen Körperverletzung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.04.2011
Subskrybuje zawartość