Katrin Hillgruber

„Ein kleiner Satz macht viel Rabatz“

Einen angry young man wie Marek Hlasko („Der achte Tag der Woche“) trieb die Atmosphäre von Verrat und Resignation dagegen ins Exil, wo er 1969 starb. Der in die USA emigrierte Janusz Glowacki ist mit seinen herrlichen Satiren wie „Die Unterhose, die Lotterie und das Schwein“ ein anderes Beispiel für die polnische Neigung zur schwarzgrundigenParabel bis Groteske. Sie verkörpern auch Jerzy Pilch oder ein Aphoristiker wie Stanislaw Jerzy Lec: „Ein kleiner Satz macht viel Rabatz.“

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.09.2011

„Ein kleiner Satz macht viel Rabatz“

„Szukam slowa“: Ich suche Worte. So heißt das erste Gedicht, das die große Skeptikerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska 1945 veröffentlichte. Seit der ersten polnischen Teilung im Jahre 1772bis zur Gründung der Zweiten Republik 1918 und erst recht wieder nach dem deutschen Überfall 1939 ging es für die Schriftstellerunseres Nachbarlandes vor allem darum, Worte zur schwierigen bis prekären Lage ihrer Nation zu finden. „Die polnischen Dichter konnten es sich nie leisten, abseits ihrer Zeit zu stehen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.09.2011

Das Schweigen des Franklin Delano Roosevelt

Jan Karski wurde zum Augenzeugen, der die Alliierten aufrütteln und den Holocaust stoppen wollte. Das schilderte er 1944 in seinem epochalen Buch „Mein Bericht an die Welt – Geschichte eines Staates im Untergrund“. Erst jetzt liegt es in einer hervorragenden Edition auch auf Deutsch vor. Neben Karskis ergreifendem Zeitzeugen-Bericht ermöglicht es zugleich eine Innenansicht des polnischen Widerstands. Da er seine Aufzeichnungen als anti-deutsch empfand, hatte der 2000 verstorbene Karski eine Veröffentlichung hierzulande hinausgezögert.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.06.2011