Sebastian Erb

Lausitz - Gegen den Kohletod

Auf den ersten Blick wäre Proschim ein idealer Ort, um einen Werbespot für die Energiewende zu drehen. Auf den Feldern blüht gelb der Senf. Fünf Windräder drehen sich sachte, das sechste wird gerade aufgebaut, drei weitere sind geplant. Auf den Dächern glitzern Solarzellen, in den Scheunen stehen Biogasanlagen. Das herausgeputzte Dorf mit seinen 330 Einwohnern produziert längst viel mehr Energie, als es verbraucht – erneuerbare Energie, ohne CO2-Ausstoß.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.09.2013

Zeitzeuge Nummer 1

Lothar König könnte jetzt sagen: Ich habe es immer schon gewusst! Aber er tut es nicht. Er will auch nicht, dass er jetzt gelobt wird. Er will, dass sich endlich etwas ändert.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.11.2011

Irgendwann trug er Bomberjacke

Als Jugendliche hatten die drei Rechtsterroristen aus Jena auch Freunde aus der linken Szene. Doch dann wollten sie mit den "Zecken" nichts mehr zu tun haben und radikalisierten sich immer mehr.
Er spricht als Erstes über die Haare. Als er Uwe Mundlos kennenlernte, hatte der helle Locken, dann trug er sie immer kürzer. Stefan Schmitt* spricht über Äußerlichkeiten, weil er die innere Wandlung seines früheren Kumpels nicht verstehen kann. Wie konnte aus dem sympathischen Jungen ein Bombenbauer werden, ein Terrorist und Mörder?

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.11.2011

Lust auf Hoyerswerda?

Warum nicht, dachte sich Manuel Nhacutou und kam nach 20 Jahren wieder in die Lausitz. Er war schockiert. Und dann kamen dieser Typ im Thor-Steinar-Pullover und die anderen. "Bimbo" riefen sie, und "Huschhusch, zurück in den Busch". Drumherum standen Anwohner und schauten zu. "Es war hart", sagt Manuel Nhacutou. "Es ist das Gleiche passiert wie vor 20 Jahren."

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.09.2011

Die NPD kümmert sich gern

Nach Koblentz führt eine kurvige Straße ohne Mittelstreifen. Ein kleines Dorf nahe der polnischen Grenze. Am Tag nach der Wahl regnet es, kein Mensch ist zu sehen. Hier wurde ein trauriger Rekord aufgestellt: 33 Prozent für die NPD.
An der Gegend um Koblentz liegt es, dass die rechtsextreme NPD wieder in den Schweriner Landtag eingezogen ist. 6 Prozent hat sie gewonnen, fünf Mandate ergibt das, eines weniger als bisher. "Der Partei ist es gelungen, ihr Stammwählerpotenzial zu mobilisieren", sagt Gudrun Heinrich, Rechtsextremismus-Expertin an der Universität Rostock.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.09.2011

Die Hoffnung ist polnisch

Jessica Przybylski ärgert sich über ihre Heimat. Das liegt nicht daran, dass Jugendlichen nicht viel geboten würde in Löcknitz im Landkreis Uecker-Randow, hier ganz im Osten von Mecklenburg-Vorpommern, wo auf Feldern Strohballen in der Sonne trocknen. Eine idyllische Gegend, eigentlich. Dass sich die 15-Jährige ärgert, liegt an der rechtsextremen NPD, die vor der Landtagswahl, die am kommenden Sonntag stattfindet, hier präsenter ist als die anderen Parteien. In keinem anderen Landkreis hat die NPD bei den letzten Wahlen 2006 so viele Stimmen erhalten.

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.08.2011