Frankfurter Rundschau

Weißrussland beschuldigt Kaczynski

In Warschau wird der verunglückte Präsident Kaczynski betrauert - in Krakau wird gegen seine Beisetzung neben den Königsgräbern protestiert. In Weißrussland wird Kaczynski für den Absturz verantwortlich gemacht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.04.2010

Streit um Kaczynskis letzte Ruhestätte

Das am Samstag tödlich verunglückte polnische Präsidentenpaar soll in Krakau auf der Wawel-Burg beerdigt werden. Nur Königen und großen Dichtern wurde diese Ehre bisher zuteil. Viele Polen sind entsetzt. Ein Skandal nimmt noch in der Woche der Staatstrauer seinen Lauf.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.04.2010

Polen trauert um Politiker-Elite

Die Haupstadt trägt Trauer: in dunklen Jacken und Mäntel sind die meisten Menschen gehüllt, die am Samstag abend aus der U-Bahnstation "Ratusz Arsenal" strömen, sie halten Kerzen in der Hand und Schirme. Es regnet. Sie laufen die Dluga-Straße hinunter zur Messe der Feldkirche des polnischen Militärs. Unterwegs halten einige an der Hausnummer 26 an und entzünden Kerzen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.04.2010

Massengräber, überall

Wenn man sich die Gräber wegdenkt, ist der Wald von Katyn ein schöner Ort. Schlanke hohe Kiefern, deren Wipfel bis in den Wind reichen, und ab und zu leuchtet zwischen den roten Stämmen eine weiße Birke. Nach Süden, am Schild mit der Aufschrift "Tal des Todes" vorbei, kann man bis zum Dnjepr laufen. Der ist hier noch schmal und mäandert durch die Wiesen, oben vom Waldrand schauen alte Holzhäuser und die Datschen der Neureichen auf ihn hinunter. Hunde kläffen, sonst ist es still.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Aus der Randzone

Emm Uuuuh, am Anfang ist der Klang. Im 4. Obergeschoss der Berliner KunstWerke wird durchbuchstabiert. Muzeum heißt das Wort, das in Gestalt einer Leuchtreklame seltsam unglamourös aufscheint und mit der Klanginstallation einer lautmalerischen Wortaneignung eine Korrespondenz eingeht.
Das Gemeinschaftswerk der polnischen Künstler Paulina Olowska und Mateusz Romaszkan ist Leitmotiv einer Ausstellung über zeitgenössische polnische Kunst. Das Museum zwischen kulturellem Versprechen und unmöglicher Institution.

Veröffenlichung/ data publikacji: 30.03.2010

Polen in Goldgräberstimmung

Wenn sich Jan Kulczyk für etwas interessiert, dann ist damit viel Geld zu verdienen. Er ist der reichste Mann Polens und sein Name war zuletzt auffallend häufig mit Zarnowiec in Verbindung gebracht worden, einer kleinen Gemeinde an der Ostsee, einige Kilometer westlich von Danzig. Der Milliardär bewies wieder einmal eine gute Nase, denn in diesen Tagen wurde vom Wirtschaftsministerium in Warschau eine Liste von 28 Orten veröffentlicht, wo in Polen das erste Atomkraftwerk gebaut werden soll.

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.03.2010

Gericht verurteilt Diebe

Drei Monate nach dem Aufsehen erregenden Diebstahl des Schriftzugs aus dem NS-Konzentrationslager Auschwitz hat ein Gericht im südpolnischen Krakau mehrere Täter zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die drei Angeklagten erhielten am Donnerstag Haftstrafen zwischen anderthalb und zweieinhalb Jahren, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP meldete. Außerdem müssen sie jeweils 10.000 Zloty (2580 Euro) zahlen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.03.2010

Täglich grüßt der Autodieb

Manchmal hat die Polizei Glück. Aber das ist selten. An einem Freitag fällt einer Streife frühmorgens im ostsächsischen Görlitz ein polnischer Transporter auf. Als die Polizei den Wagen kontrollieren will, rennen drei junge Männer sofort davon. Ein 18-jähriger Pole hat Pech, ihn stellen die Beamten. Im Transporter finden sie ein Motorrad, das gerade geklaut worden war. Der Besitzer hatte es noch nicht bemerkt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.03.2010

Lügen

In seinem Buch "Notizen eines Weltbürgers" schildert der polnische Reporter und Schriftsteller Ryszard Kapuscinski eine Szene, in der er im Zug nach Katowice Mitte der neunziger Jahre einer Gruppe Jugendlicher zuhört, die sich über das Programmieren von Computern unterhalten. "Sie sind in ihrer elektronischen Computersprache gefangen", räsoniert Kapuscinski, "man weiß gar nicht, ob eine andere Welt für sie überhaupt noch existiert (...) ob sie das alles, einschließlich der Sonnenauf- und Untergänge (...) nicht programmieren und auf der Stelle in eine Software einbauen möchten."

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.03.2010

Weiterer Ärger ist programmiert

Weißer Rauch stieg nicht auf, als Erika Steinbach am 11. Februar ihren Verzicht auf einen Sitz im Rat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" verkündete. Erleichtert waren schließlich aber nicht nur die politischen Akteure, sondern auch die Mitglieder des wissenschaftlichen Gremiums, das die konzeptionelle Ausrichtung der Gedenkstätte im Deutschlandhaus in Berlin ausarbeiten soll.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.03.2010