Die Welt

"Für uns ist Schengen fatal"

Marek Mazur ist es gewohnt, die Dinge schönzureden. Der Handel breche in den Wintermonaten immer etwas ein, erklärt der Verwaltungsratsvorsitzende des städtischen Markts "Hala". Doch wenn Mazur aus dem Fenster schaut, sieht er nichts als leere Stände. "Ukrainer-Markt" nennen die Bewohner der polnischen Grenzstadt Przemysl das Areal; noch im Dezember deckten sie sich hier billig mit Esswaren und Stoffen aus der knapp 15 Kilometer entfernten Ukraine ein. "Nun haben wir einen Umsatzeinbruch von 60 bis 70 Prozent", gibt Mazur zu.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.03.2008

Staatsbibliothek zeigt Hitlers willige Vordenker

Gemütliche Spitzdachhäuser und blonde Mädchen bei der Landarbeit gaukeln ein ländliches Idyll vor. Dahinter verbirgt sich ein Menschen verachtendes und mörderisches Projekt der Nazis: Der Generalplan Ost, der die Eroberung Osteuropas und die Vertreibung und Vernichtung seiner Bewohner vorsah.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.03.2008

Deutschland hilft Polen bei Briefmarkenauktion

Am Schluss waren alle zufrieden: der Käufer, der Einlieferer und der Auktionator. Dabei hatten Ulrich Felzmann, seit über 30 Jahren im Geschäft, die letzten Tage und Stunden vor der Versteigerung in Atem gehalten. Höchste staatliche Stellen aus Deutschland und Polen intervenierten bei ihm, um den Verkauf einer Briefmarkensammlung "in die richtigen Hände" sicherzustellen. Es ging um eine einzigartige Sammlung mit Briefmarken und Feldpost aus der Zeit der nationalen Erhebung in Polen im August 1944.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.02.2008

Polen stellt Raketenabwehr der USA in Frage

"Keine Anti-Raketenbasis?", fragte am Freitag Polens meistgelesene Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" auf der Titelseite und löste damit nervöse Beschwichtigungsmanöver der Regierung Tusk aus. Bei den polnisch-amerikanischen Verhandlungen über die von der Administration Bush in Nordpolen geplante Antiraketenbasis sei ein Tiefpunkt erreicht, warnte die regierungsfreundliche Zeitung. Polens Politiker seien sehr enttäuscht und hätten deshalb gar eine auf Freitag geplante Verhandlungsrunde in Warschau platzen lassen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.02.2008

Polens neuer Premier deutlich beliebter als sein Vorgänger

Die einen sind zufrieden, die anderen sprechen von einer Katastrophe. Genau 100 Tage ist die Regierung Donald Tusk am kommenden Sonntag im Amt. Erste Einschätzungen zeigen, wie sehr die Kaczynski-Zwillinge das Land in den vergangen zwei Jahren polarisiert haben. Der Sejm sei ja praktisch arbeitslos, so faul sei die Regierung Tusk, sagt Jaroslaw Kaczynski, der dieser Tage zusammen mit seinen Getreuen durch die Provinz tingelt und Brandreden gegen seinen Nachfolger hält.

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.02.2008

Briefe mit historischer Brisanz

Ein deutsches Auktionshaus versteigert eine historisch höchst wertvolle, im deutsch-polnischen Kontext aber ebenso brisante Sammlung: Am Sonnabend soll ein 80-seitiges Album mit 123 Briefen, Umschlägen, Postkarten und Briefmarken aus dem Warschauer Aufstand im Herbst 1944 vom Düsseldorfer Auktionshaus "Ulrich Felzmann Briefmarken-Auktionen" versteigert werden. Der Schätzpreis beträgt 190 000 Euro. Wie Axel Döhrenbach, kaufmännischer Leiter des Auktionshauses, mitteilt, gehört die Sammlung einem Deutschen, der sie über Jahrzehnte legal komplettiert hat.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.02.2008

Gute Polen, gute Deutsche

Der unerbittlichen Blockade folgt nun freundliche Distanz. Polen wird sich am Berliner "sichtbaren Zeichen" nicht beteiligen, vielleicht polnische Historiker aber doch. Dieses Understatement kündigt den Anfang vom Ende eines langwierigen deutsch-polnischen "Museumskrieges" um das vom Bund der Vertriebenen (BdV) angeregte Zentrum gegen Vertreibungen an, der seit 2002 die deutsch-polnischen Beziehungen belastete. Bewegt haben sich beide Seiten, auch die deutsche - die das Heft des "sichtbaren Zeichens" aus der Hand des BdV nahm und an das Deutsche Historische Museum überwies.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.02.2008

Polen sucht entspannteres Verhältnis zu Russland

Nachdem Warschau Mitte der Woche seinen grund-sätzlichen Widerstand gegen die deutsche Vertriebenenausstellung "Sichtbare Zeichen" aufgegeben hat, weht förmlich ein Aufatmen durch Berlins und auch Warschaus Amtsstuben. Endlich spricht man wieder miteinander - unabhängig davon, wie schwierig die anstehenden Probleme auch sein mögen. Kaum zehn Wochen im Amt, hat Polens neuer Regierungschef Donald Tusk sowohl im polnisch-deutschen wie auch im Verhältnis mit der EU neue Tatsachen geschaffen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 08.02.2008

Die verschwiegenen Massenmorde Stalins

Der sowjetische Massenmord an 4600 polnischen Offizieren bei Katyn wurde 1943 durch einen Zufallsfund der Wehrmacht publik. Fast 50 Jahre blieb aber unentdeckt, dass 1940 noch zwei weitaus umfangreichere Hinrichtungsaktionen an Polen erfolgten. Mehr als 10.000 Menschen fielen den Exekutionen zum Opfer.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.02.2008

Einigung zur Dokumentationsstätte für Vertriebene

Durchbruch im deutsch-polnischen Streit um eine Dokumentationsstätte für Vertriebene: Der in Berlin geplanten Dauerausstellung zu Flucht und Vertreibung steht nach Beratungen in Warschau offenbar nichts mehr im Wege. Polen will sich zwar offiziell nicht beteiligen, erlaubt dies aber seinen Wissenschaftlern.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.02.2008