Stefan Dietrich

Siebzig Jahre danach

Am fünfzigsten Jahrestag des Kriegsausbruchs war der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rau der höchste deutsche Besucher in Polen. Zu den offiziellen Gedenkfeierlichkeiten auf der Danziger Westerplatte war er nicht geladen. Auf einem stillen Waldfriedhof bei Warschau, auf dem während des Kriegs Massenerschießungen stattgefunden hatten, ehrte Rau die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft mit einer Kranzniederlegung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.09.2009

Frau Steinbachs Vergehen

Schon die Frage, was der Vertriebenenpräsidentin Steinbach konkret vorzuwerfen sei, lässt Wladyslaw Bartoszewski aus der Haut fahren. „Die Deutschen sollten sich nicht blöd stellen“, gab der Deutschland-Berater des polnischen Ministerpräsidenten Tusk darauf kürzlich in der polnischen Zeitung „Dziennik“ zurück. Frau Steinbach habe im Bundestag gegen den Grenzvertrag gestimmt und sich gegen den Nato- und EU-Beitritt Polens ausgesprochen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 10.03.2009

Ein Pyrrhus-Sieg

Die Senatorin Arciszewska-Mielewczyk, die für die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit im polnischen Oberhaus sitzt, nennt Erika Steinbachs Verzicht auf einen Sitz im Beirat der Berliner Vertriebenenstiftung einen Pyrrhus-Sieg.

Veröffenlichung/ data publikacji: 04.03.2009

Polnisches Feindbild

Die Zeitung „Polska“ stimmte ihre Leser in dieser Woche schon auf die nächste Etappe des Streits mit Deutschland um das Vertriebenenzentrum ein: Auch wenn Erika Steinbach vom Beirat dieser Stiftung ferngehalten werden könne, so würden dort „die ihr untergebenen Repräsentanten des Bundes der Vertriebenen (BdV)“ vertreten sein. Und das seien, wie der „Spiegel“ vor drei Jahren geschrieben habe, zu einem Drittel ehemalige Nationalsozialisten.

Veröffenlichung/ data publikacji: 27.02.2009

Erkenntnisgewinn auf Umwegen

Wer das Getöse über die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen noch im Ohr und all die Scherben in den deutsch-polnischen Beziehungen vor Augen hat, die damit angerichtet wurden, kann sich nur wundern: An diesem Donnerstag erfüllt der Deutsche Bundestag die im Koalitionsvertrag enthaltene Verabredung, „im Geiste der Versöhnung ein sichtbares Zeichen zu setzen“, das an das Unrecht der Vertreibungen erinnern soll. Unter Punkt 19 der Tagesordnung ist dafür gerade einmal eine halbe Stunde Redezeit vorgesehen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 03.12.2008

Chance mit Tusk

Vor einem Jahr sagte der Politologe Klaus Bachmann in der Zeitschrift „Osteuropa“ voraus, dass die Brüder Kaczynski - ganz gegen ihre Absicht - einen Modernisierungsschub in Polen in Gang setzen würden: Ihr Angriff auf demokratische Institutionen und ihr Freund-Feind-Denken würden demokratische Gegenwehr erzeugen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.11.2007