Danzig

Polens Rechtskonservative giften gegen Merkel

Kaum ist Angela Merkel in Polen holt die rechtskonservative Opposition zum Rundumschlag aus. Versöhnungskitsch, Höflichkeitsfloskeln und unter den Teppich gekehrte Probleme: Die Kritik am Verhältnis zu Deutschland ist deutlich. Polens Regierungschef Donald Tusk sieht das ganz anders.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.06.2008

Steinbach erregt Anstoß

Polen und Deutsche haben sich zähneknirschend arrangiert. In Warschau wird nicht mehr hysterisch reagiert, wenn in Berlin das Schicksal der deutschen Vertriebenen in einem würdigen Rahmen dargestellt werden soll. Auf der anderen Seite ist in Deutschland verstanden worden, dass man nicht so einfach die zahlreichen Vorbehalte der Polen gegenüber solch einem Museum ignorieren kann. Das ist einer der Gründe, weshalb das umstrittene Projekt seit einiger Zeit nicht mehr unter dem Namen "Zentrum gegen Vertreibung" firmiert, sondern nun "Sichtbares Zeichen" genannt wird.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.06.2008

Tusk bietet sich Merkel als Gestalter für Europa an

Danzig sollte sich von seiner schönsten Seite zeigen. Kurz vor der Visite von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kletterten zwei Restauratoren auf dem Neptunbrunnen herum und polierten das bronzene Wahrzeichen aus dem 17. Jahrhundert auf Hochglanz. Doch die deutsche Kanzlerin wurde in Danzig von einem Regenguss empfangen, der die ganze Arbeit wieder zunichte machte. "Das Wetter entspricht nicht der Stimmung, die heute zwischen uns geherrscht hat", sagte der Gastgeber Donald Tusk jedoch bei der Pressekonferenz.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.06.2008

Polen wirbt für größere EU-Erweiterung

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk ist am Montag in seiner Heimatstadt Danzig mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand nach Informationen aus beiden Delegationen die Lage in der Europäischen Union nach der Ablehnung des EU-Reformvertrags durch die Iren sowie eine gemeinsame Ostpolitik der EU.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.06.2008

Polen: Steinbach nicht an Gedenkstätte beteiligen

Unmittelbar vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich Polen offiziell gegen die Beteiligung der CDU-Politikerin Erika Steinbach an der in Berlin geplanten Erinnerungsstätte an Flucht und Vertreibung ausgesprochen. Steinbach ist Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV). Er sei darüber beunruhigt, dass sie einen Platz in den Führungsgremien dieser Einrichtung bekommen sollte, sagte der Deutschlandbeauftragte der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, der Zeitung "Rzeczpospolita" (Montag).

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.06.2008

Stasi-Vorwurf: Lech Walesa verklagt Präsident Kaczynski

Alles wird heute in Danzig glänzen, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Lech-Walesa-Flughafen landet. Der polnische Gastgeber Donald Tusk, selbst in Danzig aufgewachsen, wird seine deutsche Amtskollegin bei ihrem ersten offiziellen Besuch in der Stadt gleich selbst durch die Altstadt führen. Tusk wird Merkel durch das mittelalterliche Grüne Tor, Lech Walesas heutiges Büro, ans Ufer der Motlawa (Mottlau) führen und dann zurück durch herausgeputzte, nach dem Krieg wieder aufgebaute Altstadtgässchen zur Marienkirche.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.06.2008

Auf der Suche nach neuen Wegen

Wie es nach dem Nein der Iren mit dem EU-Reformvertrag weitergehen soll, das wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Polens Ministerpräsident Donald Tusk bei ihrem Treffen am heutigen Montag in Danzig beschäftigen. Beide suchen einen Weg, wie der Vertrag doch noch in Kraft treten kann. Neben europapolitischen Fragen stehen bilaterale Themen auf der Tagesordnung von Merkels Kurzbesuch in Tusks Heimatstadt, wo dessen Regierung ein Museum des Zweiten Weltkriegs bauen will.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.06.2008

Keiner für liberale Geister

Erzbischof Glodz reicht seinen Widersachern die Hand. "Die Kirche in Danzig wird den Weg der Versöhnung gehen", verkündete er am Wochenende in der ersten Messe nach seiner Berufung als Oberhaupt der Danziger Erzdiözese. Adressat dieses Satzes war wohl vor allem Lech Walesa. Ob der aber ebenfalls einen Schritt auf den neuen Kirchenführer zugehen wird, ist fraglich. Der ehemalige Präsident Polens hatte Slawoj Leszek Glodz offen als "Unglück für Danzig" bezeichnet und damit vielen Intellektuellen aus dem Herzen gesprochen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.04.2008

Ein Paradies selbst für Dinge

Jacek Dehnel erzählt Polens Geschichte aus der Sicht seiner lebensfreudigen Oma
Reich an Geschichten ist dieses Buch. Und wunderbar wechselhaft. Es steckt voll reifer und schmerzlich-schöner Nostalgie; geschrieben hat es der Danziger Autor Jacek Dehnel mit gerade einmal 25 Jahren. Die Titelheldin Lala, temperamentvolle Großmutter des Erzählers und Königin des abschweifenden Erzählens, wird gegen Ende dem Tod ins Auge blicken. Trotzdem atmet der Roman auf jeder Seite Jugendlichkeit, Lebensfreude und Abenteuerlust.

Veröffenlichung/ data publikacji: 24.04.2008

Proteste gegen neuen Danziger Bischof

Lech Walesa sagt es klar und deutlich. "Erzbischof Glodz wäre ein Unglück für Danzig", warnt der Friedensnobelpreisträger. Seinem Protest haben sich zahlreiche polnische Intellektuelle, aber auch einfache Gläubige angeschlossen. Sie alle empfinden die drohende Berufung von Slawoj Leszek Glodz als "Bestrafung".

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.04.2008