Mit Polnisch durch 2012

Sprachkalender gibt es bereits für die großen Weltsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch oder Deutsch. Mit einem Polnisch-Kalender schließen zwei ehemalige Viadrina-Studenten jetzt eine Marktlücke.

„Król Karol kupil królowej Karolinie korale koloru koralowego.“ Auf Deutsch heißt das: König Karol kaufte der Königin Karolina korallenfarbene Perlen.
Der Zungenbrecher ist nur eine von 365 Mini-Lektionen, mit der der erste in Deutschland herausgegebene Polnisch-Kalender aufwartet. Neben Ordnungszahlen und Konjugationen von Verben gibt es auch Landeskunde und Kochrezepte sowie Interessantes über Dichter, Feiertage und andere kulturelle Besonderheiten des Nachbarlandes. Sogar eine kleine Liebesgeschichte zwischen den Figuren Adam und Ela entwickelt sich im Laufe der zwölf Monate.
Auf die Idee ist ein polnisch-deutsches Paar gekommen, dass sich vor Jahren an der Frankfurter Europa-Universität kennenlernte und seither die „interkulturelle Kommunikation“ zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Erik Malchow erinnert sich noch genau an die erste Begegnung mit seiner heutigen Frau Aleksandra: „Es war 2004 im Frankfurter Kino, es lief der Film: `Der letzte Samurai´mit Tom Cruise.“
Schon als Student an der Oder interessierte sich der Berliner für das Nachbarland, wirkte beispielsweise an der Produktion eines Dokumentarfilms über den Basarbrand in Slubice im Januar 2007 mit. Inzwischen arbeitet er an seiner Doktorarbeit, die sich mit der Kommunikation zwischen Polen und Deutschen im Internet beschäftigt, leitet zudem aber auch Seminare und hat eine eigene Firma gegründet. Die nennt sich „Erik Malchow Kommunikationstraining“ und beschäftigt sich – wie man sich schon denken kann – mit grenzüberschreitenden Kontakten.
„Ich arbeite viel für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und habe in diesem Jahr schon an Programmen in Kirgistan, Belarus, der Ukraine, Sibirien und Moldawien teilgenommen", berichtet der 29-Jährige. Meist ging es darum, Unternehmer aus diesen Ländern auf Reisen nach Deutschland vorzubereiten. „Eine Gruppe aus Baschkirien traf ich gerade in der vergangenen Woche in Berlin wieder, die wollten gleich zu einem Eishockey-Spiel, weil sie zu Hause auch ein gutes Team haben“, erzählt er. Dass die Russen mehrere Hundert Euro für Fanartikel des Berliner Klubs ausgaben, gehörte zu den vielen Überraschungen, an die sich Malchow mittlerweile gewöhnt hat.
Aber zurück zu dem Kalender: „Irgendwann stellten meine Frau und ich fest, dass es für Polnisch noch keinen gab“, so der Berliner. Da habe er sich – auch um die eigenen Polnisch-Kenntnisse zu verbessern – so einen Kalender von seiner Frau gewünscht. Freilich dauerte es dann noch einige Zeit, bis man einen Verlag fand. „Bei den großen Verlagen hieß es: das rechnet sich nicht", berichtet Malchow. Glück hatte man schließlich beim Buske-Verlag in Hamburg, was aber mit daran lag, dass der dortige Geschäftsführer Michael Hechinger selbst an Polen interessiert ist.
Dass durchaus ein Markt für das neue Projekt existiert, zeigte sich überraschend schnell. Obwohl der Kalender bisher fast nur über das Internet zu beziehen ist, sind schon mehr als zwei Drittel der 2000 Exemplare umfassenden Auflage verkauft. Aleksandra und Erik arbeiten deshalb bereits am Polnisch-Kalender für 2013.

Dr. Aleksandra Malchow und Erik Malchow, Sprachkalender Polnisch 2012, 320 Seiten, ISBN-Nr.: 978-3875485974

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Veröffentlichung/ data publikacji: 23.11.2011